Dienstag, 25. Februar 2014

Jahreswechsel in Japan

Die 3-Tage-Woche namens Weihnachten ging dann auch irgendwann rum. Besonders erträglich machte es das Wissen, dass die Firma vom 28.12.2013-5.1.2014 geschlossen sein würde. Ich hatte also eine ganze Woche Urlaub.



Es sei üblich, dass japanische Firmen die letzten 3 Tage im alten und die ersten 3 Tage im neuen Jahr schließen würden. Ich wurde zudem vorgewarnt, dass auch viele Läden und Restaurants geschlossen sein würden. Und so war es auch. Der Einzelhandel öffnete war gleich am 2. Januar wieder die Ladentüren, um mit Sales zu locken, aber viele kleinere Läden und Restaurants um Hotel hatten geschlossen.
Ich wusste nicht, inwiefern Supermärkte offen sein würden, aber die Convenience Stores würden weiterhin rund um die Uhr geöffnet sein. Wir würden also nicht verhungern ;-)
Building decoration

Das verganene Jahr stand nach den chinesischen Tierkreiszeichen im Zeichen der Schlange und wurde nun 2014 vom Jahr des Pferdes abgelöst. Daher findet man auch überall Abbildungen von Pferden, mal mehr, mal weniger kitschig. Viele (kleine) Läden haben in ihren Eingangstüren Poster mit einer Abbildung eines Pferdes. Ich vermute, dass es sich hierbei zum einen um Neujahresgrüße, zum anderen um die Information handelt, dass der Laden über die Feiertage geschlossen sei.

Horse-stampsWelcome to the Year of the Horse

Eine weitere Besonderheit, die auffiel und nach der ich mich auf Arbeit erkundigte, waren große Bambusgestecke vor den Eingangstüren. Sie nennen sich Kado Matsu, was übersetzt corner pine heißen soll (also Ecke und Pinie). Es handelt sich in der "großen" Form um 3 schräg angeschnittene Bambusstangen, die in einer bestimmten Form zusammengestellt und -gebunden werden. Die werden an der Eingangstür platziert, um gute Geister einzuladen und willkommen zu heißen.
Oft sahen wir aber auch nur ein hübsch zusammengebundenes Gesteck mit Nadelzweigen an Eingangstüren hängen (siehe Foto oben). Dies sei die "einfachere" Form. So sah man dies meist an Privathäusern oder kleinen Läden, während die großen Bambusgestecke vor großen Geschäften und an Hoteleingängen standen.
Kado Matsu

Und noch etwas fiel uns (bzw. eher Gerd, ich glaube, mir wäre das entgangen) auf: Wir sahen immer mal wieder in der Bahn, vermehrt in der Nähe von Schreinen, Leute, die Pfeile in einer Einkaufstüte trugen. Das Ende lugte meist aus der Tüte hervor oder es handelte sich um eine durchsichtige Tüte. Auch hier fragte ich im Büro nach. Die Pfeile kaufen die Leute bei Schreinen. Sie sollen den Bann böser Geister brechen. Die Pfeile werden mit nach Hause genommen und dort dekorativ platziert. Im Internet habe ich noch gefunden, dass die Bezeichnung für diese Pfeile Hamaya lautet.

In Japan ist um Mitternacht nicht allzu viel los. Die meisten Japaner verbringen die Zeit mit ihren Familien. Wir haben den Zeitsprung am Tokyo Tower verbracht, wo um Mitternacht die Zahl 2014 leuchtend erschien. Ein tolles Spektakel, bestaunt hauptsächlich von einer recht internationalen Menge.
Abenteuerlich war hier die Rückfahrt ins Hotel. Normalerweise fahren bereits kurz nach Mitternacht keine Bahnen mehr. Dann erst wieder ab morgens um 5/6 Uhr. Neujahr sollten sie jedoch etwas länger fahren, aber natürlich in unregelmäßigen Abständen. Aber irgendwann haben wir es dann auch nach Hause geschafft ZzzzzzZzzzzz

Happy New Year 2014!
 

PS: Dank Youtube kam ich traditionsgemäß sogar in den Genuß von Dinner for One :-)

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