Donnerstag, 31. Oktober 2013

Ein sonniger Sonntag

Am Sonntag bin ich zu strahlendem Sonnenschein aufgewacht. (Wie war das noch gleich mit dem Taifun?) Eigentlich wollte ich nur in die Mall, aber dann dachte ich mir, ich sollte das tolle Wetter nutzen, um ein bisschen Kultur zu sehen. Der Kaiserpalast ist etwa 1,5-1,8km gerade die Straße hinunter vom Hotel.

Je mehr ich mich dem Imperial Palace näherte, desto mehr Jogger begegneten mir. Es gibt eine 5km lange Laufstrecke (Karte) um den Palastgarten, auf der heute auch noch ein Marathon stattfand. Es war viel los. Mir war es zu viel. Wie im Central Park, NY fand ich, dass die Jogger irgendwie Hektik in die ruhige, idyllische Umgebung brachten. Ich entschloss mich also, den Palast lieber mal an einem schönen Samstag aufzusuchen und ging zur nächsten UBahn-Station, um zur Mall zu fahren. So langsam durchblicke ich das UBahn-Netz immer besser und wenn man nicht in Eile ist, bleibt auch immer genug Zeit zur Orientierung.

In der Mall irrte ich zunächst auf der Suche nach dem Disney Store etwas umher. Doch letztendlich fand ich ihn und die retail therapy endete mit einer gefüllten Einkauftstüte. Man wird hier an der Kasse immer gefragt, ob das gekaufte ein Geschenk sein soll. Sie würden es dann gleich hübsch einpacken. Japaner lieben Geschenke. Wobei hier die Verpackung teilweise wichtiger ist als das Geschenkte selbst (könnte mir nicht passieren :x).
I didn't know Monchhichi are from Japan

Lange blieb ich nicht in der Mall, sodass ich mich auf den Rückweg zum Hotel machte. Die Mall ist eine Haltestelle von der Arbeitshaltestelle entfernt, sodass ich bis dort hin laufen wollte. Am UBahn-Zugang angekommen, wollte ich noch einen Cache suchen (wenn ich zu Fuß unterwegs bin, nehme ich zur Orientierung immer die Geocaching-Karte, da ich hier eine Offline-Map zur Verfügung habe). Und wie so oft, ohne Cache wäre mir dieser Ort nicht aufgefallen.

On the way to Gokokuji Station
Ich befand mich nun auf dem Gelände eines Buddhistischen Tempels. Ich würde ihn ohne Zögern als Highlight meiner ersten Woche bezeichnen. Im Eingangsbereich setzte ich mich zunächst auf eine Bank neben einen Vater mit 2 Kindern, die gerade die großen Kois im Wasser fütterten. Die Kinder schauten mich mit großen Augen an und sagten "konnichi wa". Ich antwortete dasselbe, dann schmissen sie wieder Toast ins Wasser und freuten sich wenn die Fische es schnappten. Ich schaute noch eine Weile zu und ging dann weiter. (Cache gesucht und gefunden). Dann ging ich eine große Treppe hinauf zu einem weiteren Eingangstor, das zum Temple führte. Wir waren mitten in Tokyo und es war so ruhig hier. Und alles war schön angelegt. Man sah hier und da mal einen Mönch oder andere Touris, aber keine Spur von Großstadttrubel. Und das bei weiterhin strahlendem Sonnenschein. Die Bilder können das alles gar nicht so gut wiedergeben.

Entrance to the temple areaLots of big koi fish in a pond

Monk on the way to the temple

Buddhist templeBuddhist temple, again

Samstag Abend in Shinjuku

Nachdem am Samstag gegen 16 Uhr (eine halbe Stunde vor Einbruch der Dunkelheit) doch tatsächlich noch die Sonne rauskam, wollte ich noch nach Shinjuku. Ich wollte in der Nähe bleiben, sodass ich, falls doch noch ein Taifun kommen würde, zu Fuß wieder zum Hotel konnte und nicht irgendwo feststecke. Shinjuku Station, der geschäftigste Bahnhof Tokyos ist etwa 3km westlich vom Hotel.

Es war unglaublich voll und viel los. Highlight war ein Buchladen, der eine ganze Etage Foreign Books hat und sogar die Sparks-Bücher in der Auflage, die ich sammel. Yay! So konnte ich hier noch meine Sammlung erweitern :-)

Huge Forever 21 storeFunny building next to H&M

Shopping street at Shinjuku StationSide street near Shinjuku station with lots of international restaurants

Foreign Books floor - great selection

Meine ersten Caches in Japan

Am Freitag habe ich meinen ersten Japanischen Cache gefunden. Bereits am Dienstag war ich - leider ohne Erfolg - an drei Stück vorbeigekommen. Das war ziemlich frustrierend. Bisher haben alle, die ich gesehen habe, eine Englische Beschreibung und fast immer gibt es einen Hinweis, der die Suche meist deutlich erleichtert.

Am Freitag ging ich nach Feierabend auf Nebenstraßen zur UBahnstation. Da ich davon ausging, am Wochenende eher nicht vor die Tür zu können, wollte ich doch heute noch einmal mein Glück versuchen, den ersten Fund in Japan zu loggen. Ein kleiner Umweg führte dann eine Straße bergauf, die zu einer Universität führen sollte. Die Dose war dieses Mal leicht zu finden und so konnte ich mich über meinen ersten Fund in Japan freuen.

Street the geocache was onFound it :-)
Am Samstag hörte am Nachmittag der Regen auf, sodass ich nach Shinjuku lief. Ich lief wieder über Nebenstraßen, parallel zur Hauptstrasse, denn die gefallen mir einfach viel besser. Es ist nicht so laut, voll und viel Trubel. Außerdem gibt es hier viel mehr zu sehen. Immer mal wieder läuft man an einem Schrein vorbei oder sieht interessante Wohnhäuser.

Spear hiding spotSpear <3

So konnte ich am Samstag noch ein paar weitere Funde verbuchen und feststellen, dass japanische Dosen gerne auch mal kitschig und/oder farbenfroh sind.

Colorful geocaching containers

Nach dem Misserfolg am Dienstag, konnte ich seitdem eigentlich fast alles finden.

Samstag, 26. Oktober 2013

Erdbeben der Stärke 7,3

Wenn ich erzählte, dass ich nach Japan gehen werden, hörte ich normalerweise 3 Dinge: Strahlen, volle UBahnen und Erdbeben. Was wurden mir nicht vor Abflug alles an "Statistiken" zur Beruhigung geboten - da war doch gerade ein heftiger Typhoon, da war doch gerade ein Erdbeben, da war doch gerade ein Tsnuami. Das ist unwahrscheinlich, dass das so schnell wieder passiert, Japan ist erstmal nicht dran.

Letzte Nacht chattete ich gerade mit Nico, der mir bei ein paar HTML-Spielereien für den Blog half (Danke <3). Es war kurz vor 2 Uhr nachts, u.a. der JetLag und das Verarbeiten der vielen Eindrücke ließen mich immer noch nicht schlafen. Ich hatte gerade um kurz nach 2:00 Uhr den letzten bearbeiteten Eintrag gepostet und wollte dann dieses "Schlafen" ausprobieren als zunächst nur leicht das Bett wackelte. Erst dachte ich, ich bilde es mir ein, doch dann wurde es stärker und auch der Fernseher begann sich zu bewegen (der ist am Schrank festgeschraubt. Ich dachte nur, damit man ihn nicht woanders hinstellt, aber wohl eher damit er bei Erdbeben nicht umfällt...).
Nachdem klar war, das ich mir das nicht einbilde, dachte ich zunächst, der Typhoon sei nun in Tokyo angekommen und der Wind würde auf das Gebäude treffen. Dann fragte ich mich, warum das Haus soo instabil war, dass es bei ein bisschen Wind gleich zu wanken begann. Inzwischen war klar, dass es sich um ein Erdbeben handelte. Meldungen bei Twitter bestätigten das.

Das Erdbeben war 475km entfernt von Tokyo, draußen im Meer im 10km Tiefe, etwa auf Höhe Fukushimas, und wurde inzwischen auf 7,3 gestuft (das Erdbeben vor 2 Jahren hatte 9,0). Es war selbst in dieser Entfernung sehr deutlich zu spüren und ungewöhnlich lang. Im Fernsehen kamen Bilder von Überwachungskameras, die mit Timestamp das Wackeln aufzeichneten. Es war über eine ganze Minute lang. Eine lange Minute. Es war sehr beängstigend, weil es einfach nicht aufzuhören schien.
Liebe deutsche Journalisten - wenn ich lese "es war in Tokyo leicht zu spüren", denke ich mir WIE BITTE?! Wo war denn das leicht? Eine Minute lang hat ALLES gewackelt. In 500km Entfernung vom Epizentrum! Dass es in Deutschland nur "leicht" (bis gar nicht) gewackelt hat, is wohl klar.

Dass ich in 3,5 Monaten ein Erdbeben erleben würde, war sehr wahrscheinlich. Aber dass es gleich in der ersten Woche das stärkste seit dem Unglückserdbeben 2011 geben würde, war nicht abgemacht!
Dass ein Typhoon kommen sollte, ist ausgerechnet an diesem Wochenende doofes Timing. Aber dann noch ein Erdbeben und kurz darauf eine Tsnumaniwarnung? Ernsthaft? Was kommt denn als nächstes?
Fukushima wurde daraufhin evakuiert. Angeblich soll es keine Schäden gegeben haben, aber Tepco war in der Vergangenheit ja nicht immer gerade ehrlich mit seinen Aussagen zum Stand der Anlage, weshalb wohl erst die Meldungen der nächsten Tage zeigen werden, was wirklich passiert ist, und in wie weit sich der Regen des Typhoons auswirkt.
Die Wellen, die dann etwa ein bis eineinhalb Stunden später auf Fukushima trafen, wurden laut Japanischem TV mit 40cm gemessen. Es wurden Live-Bilder aus Fukushima gezeigt und eine Pressekonferenz - ebenfalls live, nachts um 4 Uhr - der Japanese Meteorological Agency (Wetterbehörde) gehalten. Ich verstand nur leider nichts. Bei den Tsnuamiwellen konnte ich lediglich Uhrzeit und Höhe erkennen.

Tsunami waves hitting FukushimaPress conference of Japanese Meteorological Agency at 4am

Ein paar Links:
Artikel bei ntv http://www.n-tv.de/panorama/Erbeben-bei-Fukushima-geht-wohl-glimpflich-aus-article11611901.html
Artikel bei ARD http://www.tagesschau.de/ausland/erdbeben652.html
Meldung bei der Japanischen Meteorological Agency http://www.jma.go.jp/en/quake/20131026021726393-260210.html


Da soll man wegen des Typhoons im Gebäude bleiben und dann wackelt dort alles. Rausgehen geht nicht, drinnen bleiben ist beängstigend. Inzwischen kommen Meldungen von möglichen Nachbeben. Ich habe nun Angst, dass es jeden Moment wieder wackelt. Wann geht der nächste Flieger zurück? :-( Ich vermisse dich.

:'-(


Sightseeing-Ausflug (4): Essen


Frühstück
So wirklich wach waren wir alle noch nicht als wir in Asakusa ankamen. Da alle so lange wie möglich geschlafen hatten, hatte noch keine von uns gefrühstückt. Langsam machte sich also Hunger breit. Sachi lief mit uns zu einem Cafe. Wir setzten uns an einen Tisch am Fenster in der oberen Etage. Die Bilder in der Karte ließen unsere Mägen knurren. Wir bestellten letztendlich - ganz typisch japanisch - Pancakes mit Butter und Syrup. Mit (neu gelernt) food baby ging es dann los zum Sightseeing.
Pancake breakfast

Fleischbällchen
Nach dem Tempelbesuch kamen wir an einem Laden vorbei, der etwas essbares verkaufte, das für mich aussah wie Falafel oder etwas zu groß geratene Köttbullar. Zunächst meinten die beiden, man solle es vermeiden, beim Essen dieser balls ins Innere zu schauen. Warum? Weil es sich um Octopus Balls handelte. Sie sind ein typischer Snack.

Octopus balls

Fischmarkt
Beim Bummeln in der Sky Tree Mall kamen wir zuerst in einen sehr großen Supermarkt. Dass selbst Jennifer beim Betreten "wow" sagte, zeigte mir, dass diese Größe unüblich ist. Bis dahin war meine "Liebe" zu sea food noch nicht zur Sprache gekommen. Als wir nun aber an den Theken mit Fischen, Oktopus, Tintenfisch, Shrimp und anderen Wassergesellen vorbeiliefen, outete ich mich als ich nicht in den "sooo yummy"-Kanon der beiden einstimmte. Seitdem wird mir zumindest nicht jedes mal beim Essen Shrimp als erstes empfohlen. Kleine Shrimp (ala Kinder-Schokobons: mit einem Haps sind sie im Mund) würde ich ja schon nochmal probieren, aber die Shrimp hier sind so groß wie Maiskolben. Das dauert noch ne Weile bis ich so weit bin (wahrscheinlich 3,5 Monate).
Eine kleine Auswahl der Fischtheke zeigen euch folgende Fotos. Der Hummer auf dem ersten Bild lebte übrigens...
Different kinds of fish and a living lobster(Parts of) Octopus can be bought at almost every grocery store it seems like

Spätes Mittag / Frühes Abendbrot
Mir wurden im Laufe des Tages mehrere Gerichte vorgestellt, deren Namen es mir sehr schwer fällt zu behalten. Sachi und Jennifer hatten mir von einem Gericht erzählt, wo man kalte Nudeln hat und diese dann in eine Soße taucht und dann isst. Das wollte ich probieren.

Auf der langen Liste der Restaurants fand Sachi eins, wo es das Gericht geben würde. An der Tür angekommen, entschieden wir uns dann aber für das Restaurant daneben, da man von dort einen tollen Ausblick hatte.

View from the restaurant

Nach einigem hin und her (und Shrimp-Empfehlungen), wollte ich "hot noodles topped with egg" nehmen, denn da hatte ich in dem Moment großen Appetit drauf. Aber ich war ja dort, um die kalten Nudeln zu probieren. Also wählte ich die kalten Nudeln mit Ente. Ich bekam eine Schüssel mit Ente und Zwiebeln in einer Brühe, ein Schälchen mit Wasabi und die kalten Nudeln. Ach ja, und Stäbchen.

Cold noodles and duck soup
Der große Stäbchenmoment war also gekommen: Ich bat Sachi, mir zu zeigen wie man sie richtig hält. Und siehe da, ich habe mich gar nicht sooo doof angestellt. Bereits beim 2. Versuch blieben die Nudeln zwischen den Stäbchen und ich konnte sie in die Brühe tauchen und dann essen. Es war lecker. Sachi freute sich jedes Mal wenn ich die Nudeln sicher mit den Stäbchen aufnahm. Sie hatte mir zwischendurch auch angeboten, mir eine Gabel kommen zu lassen, aber ich habe bis zum Schluss mit Stäbchen gegessen.
Das Fleisch in der Suppe hat auch geschmeckt, allerdings war noch Schwarte und Haut dran, was mir weniger zusagte. Dann hab ich mich auch noch mit der Brühe bekleckert und hatte für den Rest des Tages einen Fleck auf meiner Lieblingshose. Ich hoffe, der geht wieder raus.
Alles in allem fand ich es aber ein gelungenes Experiment. Und ich habe jetzt keine Angst mehr, zu verhungern, weil ich keine einzige Nudel gegriffen kriege :-)

Käse-Eis
Ziemlich satt von der großen Mahlzeit gingen wir wieder auf Shop-Ebene. Sachi ging zu einem Laden, wo es anscheinend Softeis gab. Sie erklärte uns, dass es Käsegeschmack hat. Jennifer und ich schauten uns skeptisch an. Das soll schmecken? Sachi ließ uns probieren - und siehe da. Kurz darauf hielten wir jeder ein Eis in den Händen. Die Portionen waren ziemlich groß (für 500 Yen immerhin etwas), sodass wir jetzt erst recht voll waren. So begann und endete der Tag mit einem food-baby-Bauch.

Cheese-flavored ice cream

Sightseeing-Ausflug (3): Shoppen

Da wir nun in der Mall waren, gingen wir ein bisschen shoppen. Es gibt so viele kitschige Sachen, aber eben auch so herrlich kitschig. Insbesondere Cartoon-Charaktere erfreuen sich in jeglicher Form großer Beliebtheit.

Mumins (engl. Moomins)
Ich dachte ja, ich hatte mich in Helsinki von den Mumins verabschiedet, aber auch hier in Japan erfreuen sie sich größter Beliebtheit. Hier hatten sie sogar ein ganzes Cafe. Auch andere ausländische Figuren sind vielseitig vertreten, insbesondere Disney und Peanuts.
Me in front of moomin cafe advertisement

Apropos Disney
Warum hat mir eigentlich vorher niemand gesagt, dass es hier in JEDEM (na ja, gut, fast jedem) Laden Disney-Klimbim gibt?! Nachdem ich auf einem Lageplan die Worte "Disney Store" entdeckt hatte, war das nächste Ziel klar. Die Plüschtiere sehen irgendwie ein bisschen anders aus (siehe Foto), aber es gibt einfach SOOO VIELE verschiedene Merchandise-Artikel von allen möglichen Charakteren. Doch auch in anderen Läden gab es weitere Schätze. So konnte ich wohl froh sein, (noch) kein iPhone 5 zu haben. Ich hätte jetzt eine neue Hülle. Die waren echt schön (meiner Meinung nach). Es gab SEHR kitschige, aber auch sehr schön gemachte Disney-Artikel. In Ikeburo soll es sogar 2 Disney Stores geben. ZWEI! Hier werde ich vor Abflug definitiv noch so manchen Yen lassen.


Display window of Disney storePretty iPhone 5 Disney cases

Rilakkuma
Kaum in der Mall angekommen, standen wir vor einem Rilakkuma-Laden. Der Name kam mir bekannt vor, da ich von Julia mal einen Notizblock von dieser Marke bekommen hatte. Es stellte sich heraus, dass es eine japanische Firma ist und alle ganz verückt danach sind. Es gab aber auch wirklich das süßeste Zeug. Nach den Mumins in Helsinki war hier bereits das zweite Mal in dieser Woche die Versuchung groß, ein Plüschtier zu kaufen. Man sollte meinen, ich sei aus dem Alter raus, aber die sind SO SÜß!
Der Versuchung, ein paar Socken zu kaufen, konnte, nein, musste ich widerstehen, denn es gab keine in meiner Größe :-( Die größten entsprachen einer US 7, ich trage 9.


Rilakkuma storeI am as tall as the Tokyo Skytree

Hello Kitty
In der gesamten Mall gab es immer wieder spezielle Skytree Souvenirs. Ob bei Rilakkuma, in anderen Läden oder eben auch bei Hello Kitty. Na, wer hat sie schon vermisst? Die darf hier natürlich nicht fehlen. Zum Glück kann ich mich in dem Laden aufhalten, ohne alles in den Korb packen zu wollen.
Hello Kitty storeTokyo Skytree Hello Kitty souvenir

In Plastik gehüllte Papiertragetüten
Als ich in einem Laden etwas kaufte, bekam ich an der Kasse meine Errungenschaften in eine Papiertüte gelegt. Das fand ich an sich nicht ungewöhnlich. Stutzig wurde ich erst als die Kassiererin nun noch eine durchsichtige, kleine Plastiktüte hervorzog. Diese stülpte sie dann über die Papiertüte. Sie hatte sogar ein Loch, durch das die Henkel gezogen werden konnten. Der perfekte Regenschutz für mein kleines Papiertütchen. Vielleicht sollte ich mir keine Sorgen mehr über die Typhoons machen wenn hier sogar Einkaufstüten regensicher gemacht werden?!

World Beer Museum
Auf dem Weg zum Restaurant für ein spätes Mittag kamen wir an diesem Biermuseum vorbei. Neben dem ganzen Bier war es ein Restaurant. Ich kann mich erinnern, Jever und Erdinger gesehen zu haben, sowie weitere deutsche Biere, die ich nicht kannte. Die Bedienung trug einen riesigen blau-weißen Hut. Oktoberfest made in Japan.

Freitag, 25. Oktober 2013

Sightseeing-Ausflug (2): Skytree

Nach dem Besuch des Tempels wollten wir eigentlich zum Skytree. Es ist ein Fernsehturm und mit 634m der höchste der Welt, sowie das zweithöchste Bauwerk der Welt (nach dem Turm in Dubai). Es gibt eine Besucherplatform, von der man einen guten Blick über die Stadt haben soll. Sachi und Jennifer waren selbst auch noch nicht oben, da der Turm erst im Mai letzten Jahres eröffnet wurde.

Entrance to Asakusa station (building on the right)

Auf dem Weg zur Asakusa-Station, um zum SkyTree zu fahren, fragte ich mich die ganze Zeit, wo denn dieser Turm sei. Ich wusste, wir waren nicht weit entfernt (eine Bahnstation?) - müsste er also nicht irgendwo hervorragen?? Irgendwann bemerkten wir ein Objekt, das in den Wolken zu verschwinden schien. Es war der Skytree...

That's where the Skytree is supposed to be


Wir beschlossen, trotzdem zum Skytree zu fahren, da sich dort eine große Mall befand. Da der Skytree eine Touristenattraktion ist, war er an der Bahn überall ausgeschildert. Dazu kam noch, dass es sich um eine etwas größere Bahnstation handelte. Da durfen auch die Schilder etwas größer sein:

Signs at subway station
Am Skytree angekommen hatten wir kurz Hoffnung, dass wir doch hoch konnten. Wir konnten kaum die Aussichtsplattform sehen. Nach dem Shoppen schauten wir noch einmal am Turm hoch und konnten nicht mal mehr die Andeutung der Plattform erkennen. Wir beschlossen also, den Turmbesuch auf einen Schönwettertag zu verschieben.
Skytree (well, part of it)

Sightseeing-Ausflug (1): Asakusa

Der heutige Tag sollte ja, wie bereits angekündigt, dem Sightseeing gelten. Wir waren um 10 Uhr an der Yotsuya-Station am Yotsuya-Exit verabredet. Am Vortag hatte ich bereits gegoogelt, welcher der Ausgänge das ist, sodass ich gezielt hingehen konnte. Ein Schild an der Wand bestätigte, dass ich richtig war. Ich zweifelte allerdings doch, da sich 10min lang niemand blicken ließ. Ich beschloss, noch weitere 5min zu warten und dann mal anzurufen (ich hatte ja inzwischen wieder Netz).
Am Rande: Das Bild ist ein schönes Beispiel für UBahn-Schilder, von denen ich keine Ahnung habe, was genau auf ihnen steht, aber wenn ich zur Arbeit müsste, würde ich nun dem blau eingekreisten N nach rechts folgen, um zur Namboku-Line zu kommen. Mit solchen Anhaltspunkten orientiere ich mich hauptsächlich an den Haltestellen...


Sign of Yotsuya-Exit at Yotsuya-Station
Kurz darauf trafen die anderen beiden ein und es sollte losgehen. Doch erst einmal hielten mich die Bahnschranken auf. Ich hatte meinen Bahnpass an den Scanner gehalten, doch anstatt offen zu bleiben, schlossen sich auf einmal die Schranken. Ein neuer Versuch, gleiches Ergebnis. Sachi kam daraufhin zurück und sprach mit einem Kontrolleur, der sie zu mir rück ließ. Wir benutzten eine andere Verbindung als auf meinem Ausweis zugelassen war, sodass ich erst noch Geld aufladen musste. Sachi ging daraufhin mit mir zu einem Automaten, um dies zu tun. Danach funktionierte alles wie gewohnt. Es konnte nun also wirklich losgehen.
So viel ich in der Lage bin, selbständig zu machen, so unselbständig fühle ich mich in solchen Momenten. Ohne Sachi müsste ich erst einmal einen Bahnmitarbeiter finden, der Englisch spricht und dann noch mit ihm die Anglegenheit klären. Das ist sicher nicht unmöglich, aber man fühlt sich erst einmal so hilflos mit der Sprachbarriere.

Wir mussten ein Stückchen fahren, ich weiß nur wie lange. Dann kamen wir im Stadtteil Asakusa an. Nach einem Frühstück standen wir vor einem großen Tor. Ich merkte bereits, dass wir uns in einer Touri-Gegend befanden, daran, dass hier Männer auf dem Gehweg standen, die versuchten, einem irgendwas anzudrehen. Ich glaube eine Stadtrundfahrt? Sobald sie Jennifer und mich sahen, sprachen sie uns auf Englisch an.
Aber zurück zu dem großen Tor, dem Kaminari-mon (Donnertor). Im Durchgang hängt eigentlich eine große Laterne. Diese konnte man jedoch nicht sehen, weil sie von einer großen Leinwand abgedeckt war, auf der nur ihr Ebenbild zu sehen war. Sachi erklärte uns, dass man sie vor den kommenden Typhoons schützen wollte, denn bei dem vor 2 Wochen sei sie beschädigt worden. Wir kamen später durch ein weiteres Tor, dessen Laternen nicht abgedeckt waren. Diese hätten wohl vor 2 Wochen keine Probleme bereitet, sodass man nur die eine geschützt hat. Ich glaube, in Deutschland hätte man die anderen sicherheitshalber auch abgedeckt?

Hinter dem Tor begann eine Fußgängerzone, die links und rechts von kleinen Souvenir- und Essensläden gesäumt war - die Nakamise-Gasse. Die Artikel ähnelten sich eigentlich an den meisten Ständen, die Motive wechselten mal. Ich habe hier nichts gekauft, obwohl ich mich etwas ärgere, nicht den Anhänger mit den "7 Gods of Happiness" gekauft zu haben. Das fand ich irgendwie einen schönen Gedanken, die dabei zu haben. Ich komme hier aber bestimmt noch einmal her.

Ich hatte noch gar nicht erwähnt, dass das Wetter alles andere als toll war. Es nieselte die ganze Zeit. Genug, um einen Schirm zu brauchen, aber irgendwie auch nicht so richtig stark. Durch die vielen Regenschirme und das schlechte Wetter, war es nicht so schön wie es wahrscheinlich sonst ist. Die Schirme versperrten die Sicht bzw. waren ständig kurz davor, mir die Augen auszupieken, denn die kleinen Japaner hielten die Schirme natürlich genau auf meiner Augenhöhe. Es war schade und die Bilder sind auch nicht so richtig schön geworden, aber ein paar poste ich trotzdem. Alles in allem war es schon beeindruckend.


Nakamise - pedestrian street with lots of little souvenir shops

Side street off Nakamise


Am Ende der Einkaufsmeile war ein weiteres Tor, durch das man zur Hauptattraktion des Areals, dem Kannon-dô-Tempel, gelangte.

Gate leading to the temple
 
Proof that I'm actually there

Big lantern at the entrance of the temple

View from the temple towards the gate. Rainy weather, hence lots of umbrellas

 Beim Verlassen des Tempels wurde Jennifer von einer Gruppe von 4 Japanischen Mädchen angesprochen. Ich war schon ein Stück weiter die Treppe runter, sodass sie mich zurück riefen. Die 4 Mädchen wollten mir ein paar Fragen stellen. Sie sei nach 4 Jahren Japan kein Touri mehr, aber ich sei perfekt für ihre Fragen. Warum also nicht?!
Wo kommst du her? Ist das dein erstes Mal in Japan? Wie lange bleibst du? Was ist der Grund deiner Reise? Hast du von Fukushima gehört? Hast du von Fukushima vor deiner Reise gehört? Möchtest du nach Fukushima fahren? Was müsste sich ändern, damit du nach Fukushima fahren würdest? Welche Orte möchtest du von Japan noch sehen? usw. Am Ende wollten sie noch ein Foto mit mir machen. Bin ich jetzt berühmt? Als Dankeschön habe ich ein Set Lesezeichen bekommen und mich gefreut.

Bookmarks I got for helping some college girls with a survey

Für uns ging es nun weiter zum Sky Tree...