Der heutige Tag sollte ja, wie bereits angekündigt, dem Sightseeing gelten. Wir waren um 10 Uhr an der Yotsuya-Station am Yotsuya-Exit verabredet. Am Vortag hatte ich bereits gegoogelt, welcher der Ausgänge das ist, sodass ich gezielt hingehen konnte. Ein Schild an der Wand bestätigte, dass ich richtig war. Ich zweifelte allerdings doch, da sich 10min lang niemand blicken ließ. Ich beschloss, noch weitere 5min zu warten und dann mal anzurufen (ich hatte ja inzwischen wieder Netz).
Am Rande: Das Bild ist ein schönes Beispiel für UBahn-Schilder, von denen ich keine Ahnung habe, was genau auf ihnen steht, aber wenn ich zur Arbeit müsste, würde ich nun dem blau eingekreisten N nach rechts folgen, um zur Namboku-Line zu kommen. Mit solchen Anhaltspunkten orientiere ich mich hauptsächlich an den Haltestellen...
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| Sign of Yotsuya-Exit at Yotsuya-Station |
Kurz darauf trafen die anderen beiden ein und es sollte losgehen. Doch erst einmal hielten mich die Bahnschranken auf. Ich hatte meinen Bahnpass an den Scanner gehalten, doch anstatt offen zu bleiben, schlossen sich auf einmal die Schranken. Ein neuer Versuch, gleiches Ergebnis. Sachi kam daraufhin zurück und sprach mit einem Kontrolleur, der sie zu mir rück ließ. Wir benutzten eine andere Verbindung als auf meinem Ausweis zugelassen war, sodass ich erst noch Geld aufladen musste. Sachi ging daraufhin mit mir zu einem Automaten, um dies zu tun. Danach funktionierte alles wie gewohnt. Es konnte nun also wirklich losgehen.
So viel ich in der Lage bin, selbständig zu machen, so unselbständig fühle ich mich in solchen Momenten. Ohne Sachi müsste ich erst einmal einen Bahnmitarbeiter finden, der Englisch spricht und dann noch mit ihm die Anglegenheit klären. Das ist sicher nicht unmöglich, aber man fühlt sich erst einmal so hilflos mit der Sprachbarriere.
Wir mussten ein Stückchen fahren, ich weiß nur wie lange. Dann kamen wir im Stadtteil Asakusa an. Nach einem Frühstück standen wir vor einem großen Tor. Ich merkte bereits, dass wir uns in einer Touri-Gegend befanden, daran, dass hier Männer auf dem Gehweg standen, die versuchten, einem irgendwas anzudrehen. Ich glaube eine Stadtrundfahrt? Sobald sie Jennifer und mich sahen, sprachen sie uns auf Englisch an.
Aber zurück zu dem großen Tor, dem
Kaminari-mon (Donnertor). Im Durchgang hängt eigentlich eine große Laterne. Diese konnte man jedoch nicht sehen, weil sie von einer großen Leinwand abgedeckt war, auf der nur ihr Ebenbild zu sehen war. Sachi erklärte uns, dass man sie vor den kommenden Typhoons schützen wollte, denn bei dem vor 2 Wochen sei sie beschädigt worden. Wir kamen später durch ein weiteres Tor, dessen Laternen nicht abgedeckt waren. Diese hätten wohl vor 2 Wochen keine Probleme bereitet, sodass man nur die eine geschützt hat. Ich glaube, in Deutschland hätte man die anderen sicherheitshalber auch abgedeckt?
Hinter dem Tor begann eine Fußgängerzone, die links und rechts von kleinen Souvenir- und Essensläden gesäumt war - die
Nakamise-Gasse. Die Artikel ähnelten sich eigentlich an den meisten Ständen, die Motive wechselten mal. Ich habe hier nichts gekauft, obwohl ich mich etwas ärgere, nicht den Anhänger mit den "7 Gods of Happiness" gekauft zu haben. Das fand ich irgendwie einen schönen Gedanken, die dabei zu haben. Ich komme hier aber bestimmt noch einmal her.
Ich hatte noch gar nicht erwähnt, dass das Wetter alles andere als toll war. Es nieselte die ganze Zeit. Genug, um einen Schirm zu brauchen, aber irgendwie auch nicht so richtig stark. Durch die vielen Regenschirme und das schlechte Wetter, war es nicht so schön wie es wahrscheinlich sonst ist. Die Schirme versperrten die Sicht bzw. waren ständig kurz davor, mir die Augen auszupieken, denn die kleinen Japaner hielten die Schirme natürlich genau auf meiner Augenhöhe. Es war schade und die Bilder sind auch nicht so richtig schön geworden, aber ein paar poste ich trotzdem. Alles in allem war es schon beeindruckend.
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| Nakamise - pedestrian street with lots of little souvenir shops |
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| Side street off Nakamise |
Am Ende der Einkaufsmeile war ein weiteres Tor, durch das man zur Hauptattraktion des Areals, dem
Kannon-dô-Tempel, gelangte.
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| Gate leading to the temple |
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| Proof that I'm actually there |
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| Big lantern at the entrance of the temple |
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| View from the temple towards the gate. Rainy weather, hence lots of umbrellas |
Beim Verlassen des Tempels wurde Jennifer von einer Gruppe von 4 Japanischen Mädchen angesprochen. Ich war schon ein Stück weiter die Treppe runter, sodass sie mich zurück riefen. Die 4 Mädchen wollten mir ein paar Fragen stellen. Sie sei nach 4 Jahren Japan kein Touri mehr, aber ich sei perfekt für ihre Fragen. Warum also nicht?!
Wo kommst du her? Ist das dein erstes Mal in Japan? Wie lange bleibst du? Was ist der Grund deiner Reise? Hast du von Fukushima gehört? Hast du von Fukushima vor deiner Reise gehört? Möchtest du nach Fukushima fahren? Was müsste sich ändern, damit du nach Fukushima fahren würdest? Welche Orte möchtest du von Japan noch sehen? usw. Am Ende wollten sie noch ein Foto mit mir machen. Bin ich jetzt berühmt? Als Dankeschön habe ich ein Set Lesezeichen bekommen und mich gefreut.
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| Bookmarks I got for helping some college girls with a survey |
Für uns ging es nun weiter zum Sky Tree...