Samstag, 21. Dezember 2013

Dinner Japanese Style & Karaoke

Es ist nun schon wieder ein Weilchen her, aber durch den Kurzaufenthalt in Deutschland bin ich nicht mehr zum Bloggen gekommen. Am Montag, 25. November war ich von Kollegen zu O-Ton "Dinner - Japanese style drinking" mit anschließendem Karaoke eingeladen. Ich war gespannt, was mich da erwarten würde.


Da einige der Kollegen krank waren bzw. sich nicht fit fühlten, sollte Karaoke ausfallen aber wenigstens das Essen stattfinden.

Jennifer und ich fuhren zur Iidabashi-Station, wo ich sonst nur umsteige. Wir hatten reichlich Mühe, das Restaurant zu finden. Letztendlich trafen wir einen Kollegen im Coffee Shop nebenan und gesellten uns noch zu ihm bis unser reservierter Tisch frei war.

Es hatte sich inzwischen rumgesprochen, dass ich kein sea food mag, sodass die Kollegen sich bereits auf der Office Party letzte Woche besorgt erkundigten, was ich denn esse. Mit meiner Aussage "rice, noodles, potatoes, chicken, beef, pork" (Reis, Nudeln, Kartoffeln, Hühnchen, Rind, Schwein) gaben sie sich aber zufrieden, so nach dem Motto "damit kann man was anfangen".

Wir saßen an einem Tisch, auf deren Mitte eine heiße Platte war. Meine Kollegen bestellten einmal quer die Karte durch, ich hatte irgendwann keinen Überblick mehr.
Daraufhin kam ein Gericht nach dem anderen. Ich glaube, zuerst kam ein Salat in einer großen Schüssel, den ein Kollege dann auf 4 kleinere Schüsseln verteilte. Er war mit Bacon, wobei an dem Fleisch so viel Fett war, dass ich nur einen Teil schaffte.

The menuSalad


Kaum hatte ich aufgegessen, kam schon das nächste. Und dann das nächste. Immer wurde alles durch vier geteilt. An meinem Tisch saßen vier Kollegen, am Nebentisch weitere drei, die sich aber ihr eigenes Menü (mit mehr Sea Food) zusammengestellt hatten.
Die ganze Zeit haben wir mit Stäbchen gegessen und es hat ziemlich gut geklappt. Wenn ich sitze und Zeit habe, bin ich auch nicht so nervös.

One of the last dishes served - no idea what it was

Zwei besondere Erinnerungen werden mir an den Abend bleiben:
1) Am besten hat mir die japanische Pizza namens Okonomiyaki geschmeckt. Da hätte ich gerne noch mehr von gegessen. Jeder von uns hatte ein ... ja, was war es ... Es sah aus wie ein Spachtel, diente aber dem Teilen und Auffüllen auf den eigenen Teller des Gerichts, das gerade auf der Herdplatte lag.

The remaining Okonomiyaki followed by the next dish


2) Eigentlich hatten sie ja "Meer-freie" Gerichte bestellt. Dennoch kamen an einer Stelle runde Kartoffelbälle. Eine Kollegin piekste mit ihren Stäbchen einen auf und biss ab. Zum Vorschein kamen Tentakeln - Oktopus. Ich könne ja den Kartoffelteil außen essen, hieß es dann. Ich nahm mir also auch ein Kartoffelbällchen und biss ab... jedoch nicht ohne auch etwas Oktopus zu erwischen. Den Rest zog ich dann aus dem Bällchen, damit ich den Kartoffelteil essen konnte. Aber er schmeckte so sehr nach Fisch, dass Jennifer letztendlich den Rest aß.

Potatoballs filled with OctopusLittle octopus and fishy potato ball


Ach ja, zum drinking-Teil des Abends. Nachdem ich ja nun schon kein sea food aß, musste ich dann auch noch bei der Runde Bier passen. Jemand aus Deutschland, der kein Bier trinkt? Ja, gibt's sowas überhaupt?! Ich glaube, ich habe Klischees und Weltbilder zerstört. Ich hatte dann etwas anderes alkoholisches.

Nachtisch
Nach dem Japanischen Abendbrot hatten wir Appetit auf Nachtisch. Es ging also zu Baskin Robins, das hier auch 31 genannt wird, ganz nach den 31 verschiedenen Eissorten, die es hier gibt. Ein Kollege bestellte für uns alle 2 Kugeln - die Wahl fiel auf Cookies and Cream und Strawberry Cheesecake.

Choosing desert at Baskin Robins


Karaoke
Da sich anscheinend waschechte Karaoke-Fans unter meinen Kollegen befinden, gingen wir anschließend doch noch zum Karaoke, nur mit einer Person weniger. Zu sechst gingen wir also zu einem Karaoke-Lokal.
Das kann man sich so vorstellen, dass es einzelne Räume gibt, die man mieten kann. Jeder Raum ist mit einer Karaoke-Anlage versehen. Außerdem bekamen wir 2 Mikrofone und ein paar Instrumente (2 Rasseln und 2 Schellenringe). Kollege Seki kam später noch mit Kostümteilen wieder. Draußen war ein ganzer Ständer, aber schade schade, die wären mir alle zu klein gewesen. Wie ne Aubergine wollte ich nun aber auch wirklich nicht rumlaufen.
Zum Singen selbst kann ich nur sagen, dass meine Kollegen erstaunliche Gesangstalente sind. Als ich in den Raum kam, spielte Musik und jemand sang. Ich dachte, es sei vom Band, aber nein, mein einer Kollege hatte das Mikro in der Hand und sang.

Music catalogue and little computer to select songsTomoko and I trying to find a song I know

Costumes - root vegetable anyone?

Für mich alleine wäre das System nicht zu bedienen gewesen. Ich konnte zwar mit englischen Buchstaben Interpreten eingeben, aber die Suchergebnisse tauchten dann auf japanisch auf. Meine Kollegin half beim Aussuchen und Übersetzen. So fanden wir The Eagles, Pink, Lady Gaga, Robin Thicke, Abba, Maroon 5 und viele weitere. Ein weiteres Highlight gleich zum Aufwärmen: YMCA. Am besten gelang uns wohl Dancing Queen, denn dem Gesang folgte noch die eher minder synchrone Tanzeinlage.

Als wir aus dem Karaoke kamen, schüttete es wie aus Eimern. Der Weg zur Bahn war zwar nicht weit, aber nach dem Weg von der Bahn zum Hotel wäre ich pitschnass gewesen. Ein Kollege, der in der Woche im gleichen Hotel wohnt, rief kurzerhand ein Taxi und nahm mich mit. So kam ich an dem Abend nach dem außergewöhnlichen Dinner und dem ersten Karaoke auch noch zu meiner ersten Taxifahrt.

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