Freitag, 17. Januar 2014

Warnung vor Trennungen

Ich habe mich entschlossen, an meinem letzten Wochenende in Japan nach Kyoto zu fahren, eventuell für einen halben Tag Nara zu besichtigen. Sozusagen eine Hauptstadt-Hauptstadt Tour. Nara war Japans erste Hauptstadt, gefolgt von Kyoto und nun Tokyo. Einige Japaner sehen in Kyoto immer noch die "wahre Hauptstadt" Japans. Ich freue mich schon und bin gespannt, was ich in Kyoto alles zu sehen bekomme.


Bei der Recherche nach must-see-spots in Kyoto (oder auch anderswo in Japan) nutze ich sehr gerne japan-guide.com. Insbesondere wenn man wenig Zeit hat, ist die Seite insofern praktisch, als dass sie die sehenswertesten Sachen übersichtlich darstellt. Außerdem mag ich sehr, dass sie Beschreibungen liefert, die zwar detailliert aber nicht zu umfangreich sind, dass man irgendwann gar keine Lust mehr hat, weiterzulesen. Des Weiteren gibt es ausgewählte Bilder, sodass man einen Eindruck vom Ort bekommt und - auch immer sehr praktisch - eine Anfahrtsbeschreibung.

Was ich auch mache, ist Kollegen nach Ausflugszielen fragen. So haben mir vor den Weihnachtsferien auf die Frage nach Tagesausflügen in die Natur eigentlich alle Mt. Takao empfohlen (Mt. Mitake war vielen nicht bekannt). Dieses Mal fragte ich meinen japanischen Chef, was ich denn in Kyoto gesehen haben muss bzw. was er mir empfehlen könnte. Neben den "Klassikern" wie dem Goldenen Pavillion, ehemaligen Kaiserpalast (leider kommt man hier nur mit Anmeldung rein und ich habe keinen Platz mehr bekommen) und dem Nijo-Castle und einigen weiteren Tempeln und Schreinen, hat er mir Arashiyama empfohlen. Ich wusste nicht genau, was es ist, versprach aber, es mir mal im Internet anzuschauen. Es stellte sich als einen Stadtteil Kyotos heraus. Was ich jedoch bei der Recherche (auf der höchst seriösen Seite wikitravel.org) auch fand, war eine WARNUNG. Unter der Überschrift "stay safe" fand ich ein rotes Warndreieck mit Ausrufezeichen und den Worten WARNING. Ich dachte schon oh je, Japan ist doch sonst bei Tag und bei Nacht außergewöhnlich sicher. Gibt es hier vielleicht Taschendiebe? Nein, es handelte sich um eine Warnung der etwas anderen Art.

Quelle: http://wikitravel.org/en/Kyoto/Arashiyama

Grob übersetzt: Viele Japanische Paare gehen nach Arashiyama, um sich zu trennen. Falls Sie einen Ausflug hierher planen, vergewissern Sie sich vorher über ihren Beziehungsstatus. Im Falle einer Trennung kann Ihnen Ihr Konsulat nur bedingt helfen.

Ich konnte meinen Augen nicht glauben und las den Text noch einmal. Am nächsten Tag zeigte ich meinem Chef meinen Fund, der mich auch mit großen Augen anschaute und dann amüsiert lachte. Das hatte er auch noch nicht erlebt.

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