Samstag, 9. November 2013

Eine Bahnfahrt, die ist lustig, eine Bahnfahrt, die ist...

Ich glaube, so laaaaangsam habe ich das mit dem Bahnfahren und meinem Pendlerpass raus.

Meine Erkenntnisse zum Bahnsystem in Tokyo der vergangenen Wochen und ein paar Bilder:


Ich hatte mich ja vorletzte Woche gewundert, dass ich nun diesen Pass habe, aber mir der Zutritt verwehrt wurde als ich zum Sightseeing fahren wollte. Ich habe nun diesen Ausweis (Communter Pass), auf dem meine Route zur Arbeit hinterlegt ist. Für diese Route (von Yotsuya nach Gokokuji - und zurück) wurde für einen 1-Monats-Pass eine bestimmte Summe bezahlt (ich glaube, etwa 50 Euro). Damit kann ich einen Monat lang die Strecke Yotsuya-Gokokuji so oft fahren wie ich möchte. Alles, was ich außerhalb dieser Strecke fahre, muss ich extra zahlen. Dafür muss ich an einen der Automaten gehen und ein Guthaben auf die Karte laden, mind. 1000 Yen. Wenn ich nun den Eingang einer Station passiere, wird das registriert und mir angezeigt, wie viel Guthaben ich auf der Karte habe. Wenn ich von Yotsuya nach Gokokuji fahre, erscheint beim Verlassen der Station derselbe Guthabenbetrag, da die Strecke ja meine Pendel-Route ist. Steige ich aber woanders aus, erscheint wie viel mich die Fahrt nun gekostet hat (meist 160 oder 190 Yen innerhalb Tokyos) und wie viel Restguthaben ich nun noch habe.

Sollte das Guthaben für die Fahrt nicht reichen, gibt es an den Ausgängen sogenannte "Fare Adjustment" Automaten, an denen man Nachzahlen kann. Das habe ich aber bisher noch nicht ausprobiert.

Nachdem Sachi damals beim Aufladen das japanische Menü genutzt hat, hat Jennifer mir ein paar Tage später noch einmal gezeigt, wie ich Guthaben auf die Karte laden kann. ich hatte dann zwar zunächst immer den Eindruck, dass es mir auch meine Pendelstrecke berechnet, aber das ist wirklich nicht der Fall. Faszinierendes System.

Es gibt zwar trotzdem Möglichkeiten, schwarz zu fahren, aber theoretisch wird durch die Zugangskontrollen gewährleistet, dass für jede Fahrt bezahlt wird. So trifft man in den Bahnen auch keine Fahrkartenkontrolleure. Ich glaube, dass das bei der Masse an Menschen auch kein funktionierendes Konzept wäre. Wie soll denn da ein Schaffner kontrollieren wenn alle wie Ölsardinen nebeneinander in der Bahn stehen?!

Apropos volle Bahnen. *knock on wood* Ich habe bisher das große Glück gehabt, noch keine typisch volle Rush Hour Bahn erlebt zu haben. Ich denke, es liegt an einer Kombination aus Strecke, Richtung und Zeit, die ich fahre. In der Gegenrichtung konnte ich nämlich vor einigen Tagen beobachten, wie die Bahn bereits brechend voll war, die Leute eng aneinander aufgereiht standen, die Zehenspitzen gerade ein paar Milimeter von der Tür entfernt. Dann kam ein Mann die Treppe hinunter geeilt. Ich dachte, er würde gleich abbremsen und die nächste Bahn nehmen. Falsch - er stellte sich mit dem Rücken zur Bahn vor den Eingang und stieg rückwärts hinein. Alle anderen rückten noch ein Stück nach hinten. Er tippelte so lange rückwärts bis auch seine Zehenspitzen hinter der Tür waren. So schlossen sich dann die Bahntüren und sie fuhr los. Umfallen unmöglich.

Das war also schon mal ein Eindruck wie es aussehen kann. Was ich bisher noch nicht gesehen habe, sind die Männer und Frauen in weißen Handschuhen "in Aktion". Sie stehen zwar jeden Tag am Gleis oder der Rolltreppe, manchmal teilen sie den Gang, dass man gerade an Treppenaufgängen nicht in den Gegenverkehr gerät und alles aufhält, aber ich habe noch nicht gesehen, wie sie Leute in die Bahn schieben.

Noch ein paar Bilder zum Bahnfahren:
Entrance to Yotsuya Station I take every dayOutdoor subway stop (Marunouchi Line at Yotsuya Station)

While waiting for the subway at Gokokuji station, I had time to take this picture of the Yurachucho Line scheduleMap of Shibuya Station - that's why it's always important to not only say which station to meet at but also which exit

Crowded trains? Sometimes they look just like this (this was on my way back to Shinjuku from Kamakura)

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