Meiji Jingu Shrine
Die erste Station führte mich zum Meiji Jingu Shrine. Er befand sich in einem sauberen Park. Hier war unglaublich viel los. So viele ausländische Sprachen hatte ich in den ganzen letzten 2 Wochen zusammen nicht gehört. Hier tummelten sich auch einige Amerikaner und Europäer.
| Provenance of the Bourgogne Wine for Consecration at Meiji Jingu | Barrels of Sake wrapped in straw |
Ein paar hundert Meter im Park kam man zum eigentlichen Shrine. Bereits unterwegs begegneten mir viele Eltern mit einem traditionell gekleideten Kleinkind. Hier finde ich es besonders schade, kein Japanisch zu verstehen, denn so erschließt sich mir die Kultur nicht vollends. Am nächsten Tag beobachtete ich ähnliches Geschehen bei einem anderen Shrine.
| A nicely dressed family walking through one of the gates leading to the shrine | Entrance to the shrine area - a little girl dressed for Shichigosan |
Da ich nicht herausbekam, was hier los war, fragte ich in der folgenden Woche Sachi. Sie erklärte mir, dass es sich hierbei um Shichigosan (shichi-go-san - sieben-fünf-drei) handelte. Dies war ein Fest für Kinder. Sie erzählte mir, dass es für Mädchen der Alter 3, 5 und 7, und für Jungs des Alters 5 sei. Im Internet fand ich eher die Erläuterung, dass es für Mädchen im Alter 3 und 7, für Jungs 3 und 5 sei. Es soll den Übergang vom Kleinkind zum Kind zelebrieren. Hierbei wird für das Kind und dessen Wohl gebetet.
Außerdem bekommt es eine Zuckerstange namens Chitose Ame. Auf
den Tüten sind oft Kraniche oder Schildkröten abgebildet, die ein langes
Leben symbolisieren.
Diese Feierlichkeit findet einmal im Jahr statt. Im Internet steht, dass
es das Wochenende um den 15. November ist, allerdings habe ich es nun
schon an den letzten 2 Wochenenden an verschiedenen Shrines beobachten
können, sodass mir nicht ganz klar ist, wonach der Tag ausgesucht wird.
Es scheint aber zumindest im November zu sein.Das Gelände des Shrines war sehr großflächig. Man merkte, dass dieser Shrine auf Touristen eingestellt war, denn es gab eine Broschüre auf Englisch und an dem einen Stand, wo man etwas kaufen konnte, kurze Englische Erklärungen, wofür bestimmte Charms dienten (safe travels, sound mind and soul, loving couples, usw.).
| Entrance - view from within shrine area | Pretty |
| View of the shrine area from entrance |
| Me in front of shrine with a votive tablet | Big lantern at the entrance |
Auf dem Platz vor dem Gebetsschrein war ein Stand, an dem Holztäfelchen hingen. Ich konnte die auf englisch beschrifteten lesen und sah Wünsche. Ich ärgerte mich zunächst wieder, nicht zu verstehen, wofür die Täfelchen waren bis ich ein Schild entdeckte, wo erklärt wurde:
Ich habe mir daraufhin auch eins gekauft, mich noch etwas in die Sonne gesetzt (Jacke ausgezogen und es war bis spät abends warm genug, dass sie den Rest des Tages im Rucksack war) und meinen Wunsch draufgeschrieben. Danach habe ich mein Schildchen auch angehängt.Votive Tablet RackPlease use the votive tablet to write down your prayers to deities and your feelings of gratitude and appreciation.Faithfully enter on a votive tablet your pledges, feelings of gratitude, reuests, aspirations for the year and other heartfelt messages, and respectfully depost the tablet on the proper rack.
| Hanging my tablet on the rack |
Ich blieb noch eine Weile auf dem Gelände, das trotz der vielen Touristen und dem Trubel irgendwie eine Ruhe ausstrahlte.
Eine amüsante Geschichte am Rande:
Während ich mich mit meinem Schildchen hinsetzte, bot sich mir ein amüsantes Szenario. Überall waren Wachen positioniert, um zu verhindern, dass jemand den Schrein betrag oder Fotos machte, wo man nicht durfte (an der Stelle, wo gebetet wurde). Plötzlich war linker Hand Unruhe. Ein kleiner Junge, der kaum groß genug war, über die Absperrung zu gucken, hatte sich dahinter geschlichen. Und wollte nun nicht mehr hervorkommen. Ich glaube, in Deutschland hätte man ihn einfach hochgehoben und über den Zaun getragen. Hier waren die Wachen jedoch äußerst bedacht, ihn mit Worten und Gesten dazu zu bewegen, doch wieder zurück durch die Absperrung zu gehen. Der Kleine machte sich daraus einen Spaß und lief immer, gefolgt von einer der Wachen, um eine Säule herum. Andere Wächter versuchten in der Menge herauszufinden, zu wem der Junge gehörte. Sein Opa kam schließlich herbei und versuchte nun auch, von unserer Seite der Absperrung mit Worten den Jungen zu sich zu rufen. Dieser steckte ihm rotzfrech die Zunge heraus und machte keine Anstalten, sich ihm zu nähern. Es war eine Zwickmühle für die Wachen - der Opa durfte nicht hinter die Absperrung, um den Kleinen zu schnappen, aber sie selbst konnten (wollten/durften?) ihn auch nicht anfassen und zum Ausgang schieben. So lief der Kurze noch eine Weile hinter der Absperrung auf und ab. Wann wie und wo er letztendlich wieder in den "erlaubten" Bereich kam, weiß ich nicht. Er tauchte jedenfalls eine Weile später zwischen den Bänken auf, auf denen ich saß.
| Guards trying to get the little boy to come back to this side of the fence |
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