Samstag, 23. November 2013

Marunouchi Viertel und Tokyo Station

Bei strahlendem Sonnenschein verließ ich den Kaiserpalast und ging zur Tokyo Station. Zwischen den beiden Orten liegt das Marunouchi-Viertel. Hier soll sich eine Straße befinden, die der 5th Avenue New Yorks gleicht. Mir blieb sie am Samstag verborgen, sodass ich mich wunderte. Erst am Sonntag, als ich noch einmal im Marunouchi-Viertel war, erschloss sich mir, was gemeint war.

An der Tokyo Station angekommen, bewunderte ich zunächst das Gebäude. Wahnsinn, wie lang es war!! Man konnte es gar nicht richtig auf Bildern einfangen. Am nächsten Tag ging es noch auf eine Terasse, von der man einen tollen Blick auf das Bahnhofsgelände hatte.

Die Station ist jedoch nicht nur von außen imposant. Während sich im Erdgeschoss die Gleise zu den JR Linien, Shinkansen und Co. befanden, traf man im Untergeschoss auf eine Einkaufsstraße, die sich „1st Avenue“ nannte. Sie war unterteilt u.a. in eine Character und Ramen Street. Ich hatte inzwischen ziemlich Hunger und wusste, dass mir ein Convenience-Store-Mittag nicht reichen würde. Ich beschloss also ganz mutig, in ein Restaurant zu gehen. Während ich noch im Erdgeschoss (1F) war, fand ich zwei Begegnungen bemerkenswert:
Nr. 1: Ich hatte gerade einen Free Wifi Spot entdeckt und spielte nun am Handy rum. Während ich auf die Fertigstellung des Anmeldeprozesses wartete, machte ich einen Schnappschuss den endlos erscheinenden Gang entlang. Plötzlich kam eine Frau auf mich zu, die mir signalisierte, sie würde ein Bild von mir machen. Das war gar nicht meine Absicht, aber ich bin ja eh selten auf Bildern, also warum nicht. Wie lieb von ihr!
I was just standing around using a free wifi spot when a woman offered to take a picture of me

Nr. 2: In Gebäuden, so auch diesem Bahnhof, gibt es immer eine Tafel, wo die verschiedenen Restaurants (bzw. 1 Gericht des Restaurants) und die Etage abgebildet sind. So kann man sich aussuchen, was man essen möchte und dann zur entsprechenden Etage gehen und dort das Restaurant finden. Leider erschließt sich mir aus den Bilder immer nur, ob es eher typisch japanisch oder doch eher Pasta gibt. Die Beschreibungen sind dann wieder nicht verständlich. Neben der Tafel waren Floor Guide Prospekte, und sogar auf Englisch. Ich freute mich also über diese „Errungenschaft“, die die Orientierung deutlich vereinfachen sollte. Ich studierte gerade die teilweise etwas genauere Beschreibung (und schließlich lesbar) auf der Karte und war unschlüssig, was ich essen sollte. Ein junger Japaner kam auf mich zu und fragte in gutem Englisch, ob er mir helfen könnte. Sah ich so verloren aus? Ich erklärte ihm, dass ich gerade diese Karte gefunden hätte und unschlüssig bin, was ich essen solle. Er empfiel mir die Ramen Street. Ich bedankte mich vielmals und beschloss, dem Rat zu folgen. Also einmal eine Etage nach unten und ans andere Ende des Bahnhofs.

Ich hatte etwas Pech, dass es Mittagszeit und ich wohl nicht die einzige mit Hunger war. So befanden sich vor den Ramen-Restaurants (teilweise SEHR) lange Schlangen. Ich beschloss, mir ein Restaurant zu suchen, das nur folgende 2 Kriterien erfüllen musste: Kein Anstehen und eine englische Speisekarte. Unweit der Ramen Street fand ich ein Restaurant, das hauptsächlich Pizza und Pasta anbot. Pasta hatte ich Zuhause, Pizza klang hervorragend.
Wenn man ein Restaurant betritt, erkundigt sich der Kellner zunächst nach der Anzahl der Personen. Dies geschieht meist über Handzeichen. Dann wird man an einen Platz geführt, bekommt Wasser, Besteck, ein feuchtes Tuch (in Folie eingeschweißt) und die Karte.
Ich hatte mir die Karte schon vor der Tür angeschaut, sodass ich mich schnell für eine Pizza Prosciutto mit Ruccola entschied. Ich bestellte bei einer Kellnerin, indem ich auf das Bild und die japanische Beschreibung tippte. So weit so gut.
Ich wartete hungrig auf meine Pizza, als eine andere Kellnerin kam und meine Bestellung aufnehmen wollte. Mein „I already ordered“ (ich habe schon bestellt) verstand sie nicht. Wie ich ihr das mit Händen begreiflich machen sollte, wusste ich in dem Moment auch nicht. Immerhin tauschte sie mein japanisches Lunchmenü dann gegen ein englisches (ein bisschen spät, ich hatte doch schon bestellt). Immernoch hilflos (ich wollte ja nicht nochmal Pizza bestellen, dass nachher zwei kommen), holte sie einen Kollegen, der mich jedoch auch nicht verstand. Sie verschwanden daraufhin in der Küche, wo sie wahrscheinlich meine Bestellung fanden, denn sie ließen mich daraufhin in Ruhe. Aber es dauerte nicht lange bis der nächste Keller kam und „can I help you“ fragte. Ich glaubte langsam, dass mir hier gar nicht geholfen werden konnte. Bitte bringt mir doch einfach nur meine Pizza.
Endlich kam sie. Auch wenn die Pizzen nicht mit den „deutschen“ (bzw. italienischen) vergleichbar sind, war sie lecker. Und ich bekam sogar ein Messer als ich danach fragte (wahrscheinlich, weil sich das englische und japanische Wort für Messer ähneln sowie meine Handbewegung, die „schneiden“ andeuten sollte, in Kombination Sinn machten).
Wenn man bestellt hat, bekommt man mit dem Essen in einen kleinen runden Behälter auf dem Tisch die Quittung gesteckt. Mit dieser geht man dann anschließend beim Verlassen des Restaurants an der Kasse vorbei und bezahlt. Trinkgeld gibt man nicht, der Service versteht sich als selbstverständlich und Trinkgeld wäre wohl sogar beleidigend.

Lunch optionsMy pizza


Anschließend bummelte ich noch durch die Character Street - eine Reihe von Läden, die die typischen Character Merchandise Artikel führten. Danach fuhr ich mit der UBahn zurück nach Yotsuya.

Bilder der Tokyo Station:
Surprisingly long buildingView from a terrace

Roof from inside the stationOne of the entrance halls

Two ShinkansenBuilding front - so beautiful
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