Am Sonntag, 10. November, um 7:38 Uhr hat es ein weiteres Erdbeben gegeben. Dieses Mal zwar "nur" der Stärke 5.5, aber da es dichter an Tokyo war, kam auch mehr an.
Ich war bereits wach, um zu skypen. Während des Gesprächs merkte ich um 7:38 Uhr auf einmal, wie mein Bett wieder anfing zu wackeln. Dieses Mal war mir deutlich schneller klar, dass es sich um ein Erdbeben handelte. Aber auch dieses Mal blieb ich im Bett liegen und zog mir die Decke über den Kopf statt dem Handbuch zu folgen (Türen öffnen und unter Schreibtisch setzten, damit nichts auf den Kopf fallen kann). Ich beobachtete wie die Schals, die in meinem Kleiderschrank hingen, hin und her schwankten und die offen stehende Badtür sich bewegte.
Im Türrahmen zum Wohnzimmer hatte sich außerdem eine Zwischenleiste gelöst, die ich jedoch später einfach wieder in den Rahmen "klopfen" konnte.
Es fühlte sich viel stärker an als beim letzten Mal. Außerdem war letztes Mal nur das Gefühl da, dass alles wackelte. Dieses Mal kam dazu noch das Sehen der sich bewegenden Gegenstände. Es war dieses Mal nicht so lang wie beim ersten Mal, aber dennoch nicht gerade kurz.
Auf Arbeit fragte Jennifer mich bzgl. des Erdbebens und ich meinte, dass es sich viel stärker angefühlt hat als das erste. Das war wohl auch so. Dadurch, dass das erste so weit weg von Tokyo war, kam von der 7.3 auf der Skala wohl nur eine hohe 3 an. Da dieses neue Erdbeben so viel dichter an Tokyo war, merkte man von der 5.5 immerhin noch eine hohe 4. Wenn das "nur" eine 4 war und eine 5 bereits als "man hat Schwierigkeiten, sich fortzubewegen" beschrieben wird, möchte ich nichts höheres als 4 erleben.
Es gibt eine "tolle" Tabelle, wo die Stärken der Erdbeben und ihre Auswirkungen beschrieben werden: JMA-Skala.
- 3
- für die meisten Menschen spürbar, löst bei manchen Menschen Angst aus
- Geschirr in Regalen kann scheppern
- Stromleitungen schwingen etwas
- 4
- löst verbreitet Angst aus, manche Menschen suchen Schutz, die meisten Schlafenden erwachen
- hängende Objekte pendeln erheblich, Geschirr scheppert, instabil aufgestellte Schmuckgegenstände können umfallen
- Stromleitungen schwingen stark, auch für gehende Menschen spürbar, einige Autofahrer bemerken das Beben
Ich war froh, gerade bei Skype jemanden zu haben, der mir während des Bebens gut zureden konnte, auch wenn die Angst erst einmal groß und die Panik wieder da war. Das erste Beben saß mir noch eine ganze Weile in den Knochen und so langsam hatte ich mich damit abgefunden, dass ich höchstwahrscheinlich "irgendwann" nochmal eins erleben werde während meiner Zeit in Japan. Doch hatte ich da eher an Dezember/Januar gedacht und nicht ZWEI WOCHEN SPÄTER. Ich möchte jetzt glauben, dass es das letzte war und nicht alle guten Dinge 3 sind...
Danke, dass du für mich da warst! <3

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