Wie bereits kurz erwähnt, hatte Marlen mitbekommen, dass ich in Tokyo bin. Wir haben uns seit 2008 Wernigerode nicht mehr gesehen. Kurzerhand verabredeten wir uns, Samstag Kamakura anzuschauen.
Kamakura ist eine etwa 60km von Yotsuya entfernte Tempelstadt. Es hat mir sehr gut gefallen. Kamakura ist viel grüner als Tokyo und es gibt keine Skyscraper.
Fahrt nach Kamakura
Es sollte das erste Mal sein, dass ich außerhalb Tokyos mit der Bahn fuhr. Yokohama und Kamakura sind allerdings an das Bahnnetz angeschlossen, sodass ich hier ohne Probleme mit meinem Fahrausweis zahlen konnte. Ich hatte mir eine Strecke rausgesucht, wo ich nur 1x in Shinjuku umsteigen musste. Ich war mir nicht ganz sicher, wirklich im richtigen Zug zu sitzen, aber letztendlich hat es gut geklappt. Von Yotsuya bis Kamakura Station kostete die Fahrt 890 Yen (6,70 Euro), was ich für die Entfernung doch erstaunlich erschwinglich finde. Von Shinkjuku bis Kamakura dauerte die Fahrt exakt 1h.
![]() | ![]() |
| Train map from Shinjuku to Kamakura | Map of shrines in Kamakura |
Busfahren
Marlen und ich hatten uns an der Station verabredet und das "Finden" klappte auch hervorragend. Da sie schon einmal in Kamakura war, hatten wir ausgemacht, etwas zu machen, was sie noch nicht gesehen hat (den großen Buddha Daibutsu schaue ich mir dann beim nächsten Besuch an, denn Kamakura kann man durchaus öfter besuchen :-)). Sie schlug vor, zum Hokokuji, einem Bamboo-Tempel zu fahren. Dort würde uns ein Bus hinbringen. Bus? Mir wurde gesagt, Busfahren in Japan sei nur für Fortgeschritte und dazu zählte ich mich keinesfalls. Ich war beeindruckt, wie Marlen ruckzuck raus hatte, zu welchem Bus wir mussten. Bzw. wir bekamen Nr. 5 gesagt. Wussten wir jedoch zunächst nicht, ob Bus Nr. 5 oder Steig Nr. 5. Wir hatten die Vermutung, es würde sich um Steig 5 handeln (tat es auch). Dort fuhren 3 Linien ab. Welche sollten wir nehmen? Während ich zu einer anderen Karte ging, hatte Marlen sich bereits wieder durchgefragt und herausgefunden, dass wir 2 der 3 Linien nehmen konnten. Nach einer Weile kam ein Bus (ausgerechnet der eine, den wir nicht nehmen konnten - oder doch?). Ganz so experimentierfreudig waren wir dann doch nicht, also warteten wir auf den nächsten. Ok, der sollte gehen. Doch wie bezahlt man im Bus? Man steigt hinten ein, hält seinen Fahrausweis an den dort angebrachten Scanner. Aussteigen tut man dann vorne, wo man beim Fahrer wieder den Ausweis an den Scanner hält und der gefahrene Betrag abgebucht wird. Ich hatte auf der Karte gezählt, dass wir 6 Stops brauchen würden. Marlen wollte sich beim Fahrer vergewissern. Schwups, stand sie vorne und ich sah sie mit Händen die Stops zählen. Ein schönes Bild und mir wurde in dem Moment klar, dass ich mich manchmal einfach mehr trauen sollte.
Hokokuji
Ich glaubte, an der 6. Station den Fahrer Hokokuji sagen zu hören (denn sonst verstand ich nichts), aber da er ja wusste, dass er Hokokuji-Reisende an Bord hatte, erwähnte er es vielleicht noch einmal deutlich? Mag Einbildung gewesen sein.
Wir waren jedenfalls angekommen. Die Shrines waren alle immer recht gut ausgeschildert, sodass wir den Tempel gut und schnell fanden. Wir zahlten 200 Yen Eintritt - und sie waren es wert. Sooooo hooooohheeeee Bambusstangen hatte ich noch nie gesehen. Wir befanden uns in einem Bamboooowald und es war einfach nur toll. Die Fläche war nicht groß, aber toll angelegt und einfach atemberaubend zu betrachten. Die Reise hatte sich jetzt schon gelohnt.
![]() | ![]() |
| Entrance of Hokokuji temple | At Hokokuji |
![]() | ![]() |
| Main building at Hokokuji | still at Hokokuji |
![]() | ![]() |
| Me at bamboo temple Hokokuji | Bamboo as high as the sky |
Sugimotodera Temple - ältester Tempel in Kamakura
Da die Strecke, die wir mit dem Bus gefahren sind, gar nicht so lang war, entschieden wir uns, zu Fuß zurück zur Station zu laufen. So kamen wir am nächsten Tempel vorbei. Es ist der älteste Kamakuras, namens Sugimotodera Temple. Es ging unzählige Stufen aufwärts, ein kleiner Stop am Kassenhäuschen, weiter hinauf. Sowohl die Treppe als auch das Hauptgebäude waren gerade durch Bauzäune und Gerüste abgesperrt, aber man durfte trotzdem hinein.
![]() | ![]() |
| At the oldest shrine in Kamakura | also at the oldest shrine |
Wenn man die Schuhe auszog, durfte man sogar ganz dicht an den Schrein. Marlen gab mir den Hinweis beim Schuhe ausziehen darauf zu achten, dass ich gleich den Holzboden des Schreins berührte und nicht vorher auf den Boden außerhalb trat.
Ich kann den Shrine gar nicht wirklich beschreiben. Es gab so viel zu sehen, er war so wunderschön. Man durfte nicht fotografieren (auch wenn es ein Touri, der zudem auch noch ein Loch im Socken hatte, trotzdem tat - wie respektlos). Man durfte so nah an alles heran, dass man theoretisch alles anfassen hätte können.
![]() |
| Entrance to the oldest shrine's main building |
Achtbeinige Freunde
Nach dem Verlassen des Tempelgebäudes gingen Marlen und ich noch ein Stück den Berg hinauf. Sie war dabei so gütig, mich auf unsere Weggefährten aufmerksam zu machen. Ich hätte auch zu gerne darauf verzichtet ;-) Ich hatte die Netze zwar immer mal wieder gesehen, aber nie genau deren Inhalt betrachtet. Geteiltes Leid ist halbes Leid, hier also die "kleinen" achtbeinigen Freunde entlang des Weges. Ich weiß nicht, wie gut man auf den Bildern ihre Größe einschätzen kann, aber allein der Hauptkörper war etwa 4cm lang.
![]() | ![]() |
| Cute little fella - not | NOT my new pet |
Grabmal von Minamoto Yoritomo
Weiter Richtung Bahnhof bogen wir immer mal wieder ab. Als nächstes zu einem Grabmal.
![]() |
| Grave of Minamoto Yoritomo |
Tsurugaoka Hachiman-gu
Unser nächster Halt war eine größere Schreinanlage. Auf der Anlage hielten wir uns eine Weile auf, sahen sogar eine Hochzeitszeremonie. Zunächst ein paar Eindrücke vom wichtigsten Shinto-Schrein Kamakuras.
![]() | ![]() |
| Proof that I was in Kamakura :-) | Pretty shrine area |
![]() | ![]() |
| Little girl dressed for Shichigosan | View from the main building to see this building where the wedding ceremony took place - also see two more gates in the far background |
![]() | ![]() |
| Ginkgo-leaf shaped votive tablets | Main building (at the front corner, a family that just finished the Shichigosan ceremony) |
![]() | ![]() |
| Still around the shrine area | Some leaves are slowly turning colors |
Hochzeitszeremonie
Wir waren gerade auf dem Weg zum Hauptgebäude als auf einmal Wachen den Weg räumten. Wir wollten wissen warum, also fanden wir eine Stelle, wo wir stehen bleiben konnten, ohne weggescheucht zu werden. So hatten wir letztendlich einen Platz in der ersten Reihe als eine Hochzeitsgesellschaft den Weg entlang schritt und zu einem der Tempelgebäude ging. Es war wirklich eine Hochzeitsgesellschaft. Wir sahen einen in schwarz gekleideten Mann und eine in weiß gekleidete Frau, gefolgt von einer Gruppe, ebenfalls in schwarz gekleidet. Die Musik, die schwarze Kleidung, die gesenkten Blicke... wir waren uns zwischendurch immer mal wieder nicht sicher, ob es sich hierbei nicht um eine Trauergesellschaft handelte. Doch die Frau in weiß, schien uns doch eine Braut zu sein?!
![]() | ![]() |
| Bride and groom | The guests are waiting in line to take their shoes off to enter the building |
Die Gesellschaft versammelte sich in einem rundum offenen Tempelgebäude mitten auf dem Platz (ich könnte mir einen "privateren" Ort für eine Hochzeit vorstellen als einen gut besuchten Tourischrein am Samstag Nachmittag in Kamakura).
Wir blieben noch eine Weile stehen und schauten der Zeremonie zu.
Essen
So langsam machte sich Hunger breit. Wir landeten in einem Restaurant, in dem draußen angekündigt wurde, dass es ein english menu geben würde.Ich bestellte eine Nudelsuppe, die mit einem rice ball kam (als ich am Montag auf Arbeit davon erzählte, wurde mir erklärt, dass das eine ungewöhnliche Kombination sei). Hier, in Ruhe sitzend, klappte es dann auch wieder ganz gut mit den Stäbchen. Die Suppe hat ok geschmeckt, die Nudeln waren sättigend. Der rice ball (onigiri, gibt es auch als "Snack" im convenient store zu kaufen) war mit Fisch gefüllt, stellte sich dann heraus, als der Reis immer fischiger zu schmecken begann, je mehr ich mich der Mitte näherte. Er ist in Seetang gewickelt, da man ihn in die Hand nimmt und isst.
Wie sehr der Reis klebt, ist bemerkenswert, denn dieses doch recht schwere, dreieckige Stück Reis hält wirklich fest zusammen wenn man es in die Hand nimmt.
Bummeln
Gut gesättigt, bummelten wir noch die Einkaufsstraße zurück zum Bahnhof. Ich hatte den Eindruck, dass es hier natürlich auch Läden mit Kitsch und characters gab, aber es hielt sich im Vergleich zu Tokyo doch in Grenzen. Es war schön, auch mal traditionelles japanisches zu sehen.
Es war total schön, dass das Treffen mit Marlen geklappt hat, und mal jemanden zu haben, mit dem man einfach so nebenbei schwatzen und Erfahrungen austauschen kann.
Kamakura am Abend
Marlen machte sich inzwischen auf den Rückweg, ich blieb noch etwas in Kamakura. Es war noch gar nicht sooo spät, aber schon dunkel. Ich bummelte noch den ein oder anderen Cache ab, bevor ich mich 18:40 Uhr nach einem rundum tollen Tag in den Zug zurück nach Shinjuku setzte.
![]() | ![]() |
| Traditional Japanese wedding ceremony in progress | The bride keeps her head down, which shows respect |
Essen
So langsam machte sich Hunger breit. Wir landeten in einem Restaurant, in dem draußen angekündigt wurde, dass es ein english menu geben würde.Ich bestellte eine Nudelsuppe, die mit einem rice ball kam (als ich am Montag auf Arbeit davon erzählte, wurde mir erklärt, dass das eine ungewöhnliche Kombination sei). Hier, in Ruhe sitzend, klappte es dann auch wieder ganz gut mit den Stäbchen. Die Suppe hat ok geschmeckt, die Nudeln waren sättigend. Der rice ball (onigiri, gibt es auch als "Snack" im convenient store zu kaufen) war mit Fisch gefüllt, stellte sich dann heraus, als der Reis immer fischiger zu schmecken begann, je mehr ich mich der Mitte näherte. Er ist in Seetang gewickelt, da man ihn in die Hand nimmt und isst.
Wie sehr der Reis klebt, ist bemerkenswert, denn dieses doch recht schwere, dreieckige Stück Reis hält wirklich fest zusammen wenn man es in die Hand nimmt.
![]() |
| My late lunch/early dinner - udon soup and a rice ball (and a side of Japanese pickles) |
Bummeln
Gut gesättigt, bummelten wir noch die Einkaufsstraße zurück zum Bahnhof. Ich hatte den Eindruck, dass es hier natürlich auch Läden mit Kitsch und characters gab, aber es hielt sich im Vergleich zu Tokyo doch in Grenzen. Es war schön, auch mal traditionelles japanisches zu sehen.
Es war total schön, dass das Treffen mit Marlen geklappt hat, und mal jemanden zu haben, mit dem man einfach so nebenbei schwatzen und Erfahrungen austauschen kann.
![]() | ![]() |
| Little pedestrian shopping street | Pedestrian path splitting a main road |
Kamakura am Abend
Marlen machte sich inzwischen auf den Rückweg, ich blieb noch etwas in Kamakura. Es war noch gar nicht sooo spät, aber schon dunkel. Ich bummelte noch den ein oder anderen Cache ab, bevor ich mich 18:40 Uhr nach einem rundum tollen Tag in den Zug zurück nach Shinjuku setzte.
![]() | ![]() |
| Pretty house | Cool looking light in front of a shrine |
Danke, Marlen, für den schönen Tag :-)































Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen