Es ist jetzt 12:20 Uhr (Deutschland) und ich bin gerade losgeflogen nach Helsinki.
Check-In
Nach einer viel zu kurzen Nacht, stieg ich gegen 9:30 Uhr in
den Shuttle-Bus vom Hotel zum Terminal 2. So war ich kurz vor 10 Uhr am Flughafen.
Nachdem ich den richtigen Schalter für FinnAir gefunden hatte, sollte meine
erste Business Class Erfahrung beginnen. Beim Check-In gab es 3 Schalter. Ich
durfte den Business Class Schalter nehmen, dessen Schlange mit nur 3
Passagieren vor mir am kürzesten war. Die Schalterdame versicherte sich, dass
ich ein Visum für Japan im Reisepass habe, checkte meine Koffer durch (der eine
wog nur 20,8kg, beide zusammen 42kg) und gab mir meine Boardingpässe. Daraufhin
erklärte sie mir noch, wo ich die FinnAir Lounge finde und damit war das
Einchecken erledigt.
Sicherheitskontrolle
Noch einen großen Schluck aus der Wasserflasche, die dann
entsorgt werden musste, ein Blick durch die Eingangshalle und weiter zur
Sicherheitskontrolle. Auch hier gab es eine extra Schlange für die Business
Class. Ich empfand das Warten als ziemlich lang, aber die anderen Schlangen
waren deutlich länger, sodass ich mich nicht beschwere. Beim Warten bemerkte
ich schnell, dass ich ja völlig uncool war, weil ich nicht geschäftig auf mein
BlackBerry starrte. Aber hey, kein Problem. iPhone aus der Tasche geholt und
auch mal in den Posteingang geschaut.
Irgendwann war auch in an der Reihe. Meine Sachen brauchten
doch tatsächlich 5 von diesen Ablagekisten. Kann ich ja aber nichts für, dass
sie jedes bisschen extra haben wollen… Als ich meinen Rucksack vom Band nahm,
merkte ich erst einmal wie viel leichter er ohne die Laptops war.
Business Lounge
Als alles wieder eingepackt war (erstaunlicherweise habe ich
ausnahmsweise mal nicht gepiept beim Scanner), suchte ich die Business Lounge.
Bis hierhin hatte der ganze Prozess keine halbe Stunde gedauert, ich war
angenehm überrascht. Die Lounge sollte nur unweit von meinem Gate sein, also
wollte ich sie mir für die halbe Stunde, die bis zum Boarden blieb, mal
anschauen. FinnAir darf die AirFrance Lounge benutzen. Am Eingang wurde mein Ticket kontrolliert. Es
war nicht viel los, sodass ich mir einen Sessel in einer hinteren Ecke suchte.
Ich glaube für mich ist „Luxus“ schon das Vorhandensein einer Steckdose. Hier
gab es an jedem Sitz eine. Ich hatte es mir hektischer, mit ständigem Kommen
und Gehen, Geschäftsleuten an ihren Handys oder geschäftig auf den Laptop
starrend, vorgestellt. Es war aber insgesamt eine recht ruhige Atmosphäre.
Boarding
Um 11 Uhr sollte das Einsteigen beginnen, damit wir
pünktlich um 11:45 Uhr losfliegen konnten. Am Gate angekommen (die
Check-In-Dame erwähnte noch, dass in der Lounge keine Durchsagen gemacht
werden, sodass ich doch immer mal einen Blick auf die Uhr werfen solle),
ereilte uns die Nachricht, dass der Flieger auf einer Außenposition stand, also
alle ab zum Bus. Ich bekam zum Glück einen Sitzplatz (entweder hatte ich den
Business-Class-Bus verpasst oder es gab keinen), denn mein Rucksack wurde immer
schwerer.
Beim Schritt über die Schwelle zum Flugzeug, habe ich noch
ein Versprechen eingelöst bevor mich der finnische Steward begrüßte.
An Bord
Mein Platz, Sitz 3C, war schnell gefunden, der Rucksack im
Overhead verstaut und die Handtasche unter’m Vordersitz. Am Handy noch letzte
Nachrichten verschickt, bevor ein mitleidiger Blick des Stewards mich das Handy
ausschalten ließ. Immerhin rollten wir schon. Mal etwas umgeschaut, wie schaut
im A319 die Business Class aus. Zum Glück wurde ich am Morgen bereits darauf
hingewiesen, dass ich von dem Kurzflug nicht zu viel erwarten sollte, erst der
lange sei dann bemerkenswert. So sind im ganzen Flieger 2x3 Sitzplätze
nebeneinander. Ich vermute, dass wir in der Business – die ersten 4 Reihen -
mehr Beinfreiheit haben. Optisch gibt es sonst keinen Unterschied.
Das Entertainment lässt stark zu wünschen übrig. Es gibt
einen winzigen Bildschirm vorne, nur wo ich Ton herbekomme, habe ich noch nicht
herausgefunden. Richtig cool war aber, dass wir beim Rollen und Start auf dem
Bildschirm eine Außenkamera hatten, die live den Blick auf die Startbahn übertrug.
So cool das war, war mir doch etwas mulmig, als der Flieger schon nach kurzer
Zeit abhob. Hatte man nicht in der Fahrschule gelernt, den
Beschleunigungsstreifen voll auszunutzen?! Kaum Abgehoben sah man nur noch
Wolken bevor die Kamera auf eine andere Perspektive wechselte und man nun unter
das Flugzeug gucken konnte. Das war schon cool…
Aufregung beim „Frühstück“
Warum schreibe ich „Frühstück“ in Anführungszeichen? Auf
meinem Reiseplan steht, dass wir Frühstück bekommen sollten. Die Durchsage des
Stewards erzählte was von Sandwiches. Doch dann bekamen wir die Speisekarte und
wenig später kam der Wagen mit Essen, der keine Sandwiches enthielt. Doch bevor
ich mein Essen bekommen sollte, gab es etwas Aufregung in der ersten Reihe. Das
erinnert mich an einen USA-Flug als ich auch mal einen medizinischen Notfall
neben mir hatte. Apropos neben mir – ich sitze auf einem Gangplatz, der
Mittelplatz ist leer und am Fenster sitzt ein Mann. Es ist also schön viel
Platz, um Tasche abzulegen, Getränke auf die mittlere Ablage zu stellen, usw.
Aber zurück zu der kleinen Aufregung. Der nette finnische
Steward ist für die Business zuständig. Seine Kollegin betreut die Economy. Er
fragte also vorne links, ob die Herren, die dort saßen, etwas essen wollten.
Der eine verneinte, wollte auch nichts trinken, der andere nahm das Essen. Dann
betreute der Steward die rechte Gangseite. Da meldete sich der erste Gast und
wollte nun doch was trinken. Als der Steward rechts das Essen serviert hatte
und sich nun dem 1. Gast zuwandte, um zu fragen, was er denn trinken möchte. Schwups
war ich nicht mehr sein Sorgenkind, denn der Mann reagierte nicht mehr. Er sah
aus als schliefe er, doch auch Schütteln und ein leichter Klaps auf die Wange
ließen ihn nicht aufwachen. Der arme Steward hatte seine Mühe, ihn wach zu bekommen,
doch es gelang ihm. Nun sitzt der Passagier mit Sauerstoffmaske da.
Essen
Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, kam der Essenswagen
auch irgendwann bei mir an. Laut Speiseplan befanden sich auf dem Tablett vor
mir nun:
- Vorspeise, bestehend aus sonnengetrockneten Tomaten und Parmesan
- Deergoulash with cranberries, turnips puree and curly kale
(stellte sich dann als zartes Hirschgulasch mit Kartoffelpü und n bisl Gemüse
heraus, Cranberries habe ich nicht entdeckt)
- Godiva pralines
Auch die Getränkeauswahl war beachtlich. Bin ich es doch
gewohnt, dass die Getränke immer eher knapp ausgegeben werden und man
widerwillig 2 Getränke gleichzeitig auf Anfrage bekommt, schien sich der
Steward zu freuen, dass ich 2 Sachen bestellte. Ich hatte in den Reihen vor mir
mitbekommen, dass es Champagner gibt. Wurde mir doch von meinem Chef die gute
Weinauswahl bei FinnAir empfohlen, schwenkte ich aber auf Champagner um, hatte
ich es doch noch nie vorher getrunken und wollte mal probieren. Er schmeckt,
wird aber wohl nicht zu meinem Lieblingsgetränk. Auf dem nächsten Flug probiere
ich dann doch lieber den Wein. Dazu gab es noch O-Saft, worauf der Steward mit
Augenzwinkern fragte, ob ich beides getrennt möchte. Für nachfolgende
Rechtschreibfehler ist dann also der Alkohol verantwortlich.
Was ist noch bemerkenswert gewesen beim Essen – die Getränke
kamen in Glasgläsern, kein Plastik. Und das Besteck war aus Metall. Ich hatte
sogar 2 Messer, wahrscheinlich eins für den Hauptgang und eins für das
Brötchen?
Inzwischen habe ich nochmal O-Saft nachgeschenkt bekommen.
Das finde ich echt klasse an der Business, dass man immer was trinken kann bzw.
hier auch leicht nachgeschenkt bekommt. In der Eco vermisse ich das immer und
habe meist Durst.
Wer sich jetzt wundert, wie viel Text ich schreibe, den
erinnere ich gerne an das fehlende Inflight Entertainment. Ein paar Leute neben
mir haben auch ihre Laptops draußen, viele lesen in Zeitungen oder Büchern. Von
den insgesamt 2,5h ist es nun noch eine halbe Stunde Flug bis Helsinki,
weshalb ich wahrscheinlich bald den Laptop aus machen muss. Auf meinem nächsten
Boarding Pass steht, wo sich die FinnAir Business Lounge befindet, sodass ich für
meinen 2 Stunden Aufenthalt in Helsinki wohl diese aufsuchen werde. Vielleicht
gibt es ja dort Internet?
15:35 Uhr (14:35 Uhr Deutschland), Helsinki
Airport, FinnAir Lounge
Schon schön, wenn man mit als erstes aus dem Flieger steigen
darf. Ein Bus brachte uns wieder zum Gate. In Helsinki musste ich durch die
Grenzkontrolle. Die gestaltete sich als interessant: sie funktionierte nämlich
automatisch. Man scannte seinen Reisepass (mit etwas Hilfe konnte meiner dann auch gelesen werden), trat dann durch eine sich öffnende
Schranke in einen kleinen Bereich, musste Hut und Brille abnehmen, woraufhin
ein Monitor meine Daten mit denen auf meinem Reisepass abglich. Wenn alles ok
war, öffnete sich die nächste Schranke und man konnte passieren.
Laut Monitor braucht man 17min bis zu meinem Gate, also
wahrscheinlich 15min bis zur Lounge. Bei mir hat der Weg etwas länger gedauert,
sind doch links und rechts überall Läden mit süßen Mumins-Souvenirs. Ich konnte
widerstehen, hier etwas zu kaufen, aber im Januar komme ich hier ja noch einmal
vorbei :-D
| Mumins-Souvenirs at Helsinki Airport |
FinnAir Lounge
Nun sitze ich in der FinnAir Lounge. Am gesamten Flughafen
gibt es free Wifi. Die Lounge ist viel größer als die in Frankfurt. Und
deutlich voller. Die andere hat mir allerdings besser gefallen, hier ist es lauter,
voller, nicht so bequem. Aber was red ich – immer noch deutlich bequemer als am
Gate! In einer halben Stunde beginnt bereits das Boarding für den Anschlussflug.
[Fotos sind auf der Kamera, deren Kabel im Koffer ist –
folgen also wenn ich in Japan bin]
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen