Etwas Organisatorisches vorweg: Meine normale Handynummer ist nicht mehr gültig seit gestern, bzw. mein Vertrag ruht und läuft dann erst wieder ab Februar 2014 (die 0170-Nummer gilt dann wieder). Ich habe temporär während meines Japan-Aufenthalts eine neue SIM. Am Flughafen hatte ich noch Netz, seitdem findet mein Handy kein Netz mehr, ich weiß nicht, woran das liegt. Ich bekomme also auch keine SMS - bin nur über eMail und iMessage (ob es hier die alte oder neue Nummer nimmt, habe ich noch nicht herausgefunden) erreichbar.
Edit 3:30 Uhr: Ich habe zwar herausgefunden, warum ich kein Netz habe (und das ohne Google!), kann jetzt SMS empfangen, aber nun ist iMessage zerschossen. Es lässt sich nicht mehr aktivieren :-((
Zu meinem ersten Arbeitstag in Japan:
Treffen
Nachdem ich mich mit Sachi getroffen habe, gingen wir zusammen zum Bürogebäude. Sie ist eine ganz liebe, fröhlich und kommunikativ. Es waren nur ein paar Minuten zu Fuß zum Büro, aber die vergingen durch sie noch schneller. Erst im Eingangsbereich des Gebäudes entdeckte ich das Firmenlogo. Wir fuhren mit dem Fahrstuhl in die 5. Etage. Dort angekommen, begrüßte mich unter dem Firmenlogo ein blumiges Schild mit "Welcome" und meinem Namen. Ganz süß gemacht. Ich wollte es noch fotografieren, aber als ich das zum Feierabend machen wollte, war es leider schon abgenommen.
Büro
Daraufhin betraten wir ein Großraumbüro, wo vielleicht 40 Leute Platz hatten. Am einen Ende des Raumes befanden sich die administration Arbeitsplätze. Ich bekam einen Cubical zwischen Sachi und Jennifer, einer Amerikanerin - der Rest der Kollegen sind Japaner(innen). Ich verbrachte ein paar Minuten damit, mich einzurichten, den Laptop auszupacken, anzuschließen, Stromanschluss zu finden, Monitor koppeln, etc.
Ich habe auch einen Spind bekommen, wo ich meine Jacke und Tasche ablegen kann.
Zudem bekam ich ein Heftchen zum Verhalten bei einem Erdbeben. Später wurde mir garantiert, dass genug Essen und Notfallsachen vorrätig seien, um 3 Tage zu überbrücken. Yay?
Arbeitsplatz
Mein Arbeitsplatz ist wie schon gesagt ein kleiner Cubical. Der Schreibtisch ist nicht großflächig, aber ausreichend. Darauf stehen nun mein Laptop und ein kleiner externer Monitor. Da weiß man erstmal den großen Bildschirm in Hanau zu schätzen. Größere Probleme bereitet mir die Höhe des Tisches. Er ist sehr niedrig, lässt sich nicht in der Höhe verstellen. Ich habe den Stuhl etwas niedriger gefahren, um wenigstens die Arme richtig winkeln zu können. Dadurch taten mir aber irgendwann die Beine weh. Ausstrecken ging auch nicht, weil dann die Trennwand zur nächsten Reihe kam. Zudem habe ich mit meinen Füßen ständig den Adapter meines Laptops aus der Dose geschoben. Zum einen, kann ich ja immer nicht lange still sitzen, zum anderen hätte ich gerne auch mal die Beine übereinander geschlagen, aber das ging wegen der niedrigen Tischplatte nicht. Da mir die Beine vom Flug eh noch etwas weh taten, war das heute irgendwie unangenehm und ich hoffe, dass das die nächsten Wochen nicht zum Problem wird.
Getränke
Für alle Mitarbeiter stehen ein Wasserspender, Kaffeemaschine und Teemaschine zur freien Verfügung. Besonders die Teemaschine hat es mir angetan. Es gibt 4 Sorten: Green Tea, Black Tea, Roasted Green Tea und Yasmin Tea. Diese Sorten kann man dann jeweils in kalt oder heiß ausgeben lassen. Das finde ich klasse. Kein Hantieren mit Teebeuteln und den Tee so lange ziehen lassen, dass man ihn vergisst und er dann eh kalt ist.
Rundgang
Am Vormittag bekam ich vom Manager einen Rundgang durch die Abteilungen und Etagen. Mir wurden die anderen Mitarbeiter vorgestellt. In Japan gibt man sich zur Begrüßung nicht die Hand, habe ich in meinem schlauen Geschäftskultur-Buch gelesen. Wird einem die Hand jedoch entgegengestreckt, weil die Japaner wissen, dass man das eben in Deutschland so macht, soll man sie ruhig ergreifen. So hieß es heute jedes Mal abwarten, ob die Person mit ausgestreckter Hand auf mich zukommt. Ich fand, dass ich diese Herausforderung ganz gut gemeistert habe. Das Andeuten einer Verbeugung macht man irgendwie fast automatisch.
Das nächste davon-hab-ich-gelesen-Erlebnis folgte prompt als der President der Firma ins Office kam, mich in sein Büro rief und mir seine Visitenkarte gab. Die soll man mit beiden Händen entgegennehmen, aufmerksm studieren und dann nicht unachtsam in die Hosentasche stecken. Ich habe sie also erst einmal in der Hand behalten.
Besonders amüsant und wahrscheinlich in die Reihe "oh Anne, ist doch logisch" gehörend, war beim Rundgang, dass ich in einem Lagerraum einen Karton mit Gerolsteiner Aufschrift entdeckte und erfreut "oh hey, that's German" meinte. Woraufhin der Manager meinte "yes, because we are a German company". Innerlich an den Kopf gefasst und mit einem "uhm, duh" weggelächelt.
Mittag
Zur Mittagszeit hatte Sachi einen Tisch bei einem Italiener reserviert. Das Erlebnis ist aber einen eigenen Eintrag wert. Dazu gibt's dann auch Fotos ;-)
Merci
Nach dem Mittag habe ich Sachi noch die Packung Merci gegeben, die ich für die Administration Ladies mitgebracht hatte, als Dankeschön, dass sie alles für mich organisiert hat. Sie haben sich gefreut, hatte ich zumindest den Eindruck. Man weiß ja immer nie so wirklich.
Sprache
Da es um mein Japanisch eher schlecht bestellt ist, spreche ich Englisch mit den Kollegen. Das klappt eigentlich ganz gut, wobei es manchmal hautpsächlich um Schlüsselworte geht, die verstanden werden. Das freut mich dann immer, dass ich weiß, sie verstehen grob, was ich sagen will (oder umgekehrt, ich verstehe sie), aber manchmal bin ich mir nicht sicher, ob wir uns dann doch richtig verstehen.
Manchmal hat Jennifer, die sehr gut japanisch spricht, mir dann auch geholfen und übersetzt.
Anrede
Die Kollegen reden sich unternander mit ihren Nachnamen und einem angehängten "san" an. Mein Nachname bereitet beim Schreiben noch etwas Probleme - das eine F rutscht immer mal nach vorne: Pffefer. Ansonsten sagen sie zu mir Pfeffer-san. Mir wäre Anne-san lieber, was Sachi und Jennifer auch zu mir sagen oder mich so anschreiben. Mal gucken, ob ich denen nicht Anne als meinen Nachnamen verkaufen kann. Umgedreht rede ich auch nur Sachi und Jennifer mit Vornamen an, die anderen mit der Nachname-san-Kombination. Mir die Namen zu merken, fällt mir noch etwas schwer, aber der email-Verteiler von Sachis Mittagseinladung dient mir als Spickzettel.
Hotel
Ich habe heute Vormittag dann nochmal nach dem Zimmer gefragt. Es handelte sich hier wohl um ein Missverständnis beim Buchen des Zimmers, da es 2 verschiedene Arten von Type A Zimmern gibt. Es wurde das eine bestellt und das andere vom Hotel reserviert. Wir haben dann alles mal durchgerechnet und wenn ich es richtig verstanden habe, ziehe ich in 2 Wochen dann in das nettere Apartment. Das heißt, bald wieder Koffer zu packen, aber das nehme ich gerne in Kauf.
Pendlerpass
Da es mir ab 15 Uhr schwer fiel, nicht ständig zu gähnen, dachte ich, frische Luft sei genau das richtige. Sachi und ich wollten nämlich noch zur Bahnstation, um mir einen commuter pass (Pasmo) zu besorgen, bzw. den des Trainees, der letztes Jahr hier war, aufzuladen. Ich war so dankbar, dass sie dabei war. Konnte ich am Morgen beim Ticketkauf die Maschine auf Englisch stellen, ging das bei dem Pasmo-Automaten nicht. Und selbst Sachi musste sich ganz schön durchklicken. Das hätte ich nie im Leben alleine machen können. Nun muss ich also nicht mehr jeden Tag ein Ticket kaufen, sondern kann das aufgeladene Guthaben abfahren und muss immer nur meinen Pass an den Eingangs- und Ausgangsschranken scannen.
Feierabend
Bereits am Vortag war mir aufgefallen, dass es hier viel früher dunkel wird als in Deutschland. Ab 16:30 Uhr merkt man es, um 17:30 Uhr ist es finster. Als ich das merkte, war mir klar, dass ich wohl immer im Dunkeln nach Feierabend zum Zimmer fahren würde. Dafür soll es morgens sehr früh hell werden, sodass ich dann im Winter wenigstens ein bisschen Tageslicht zu sehen bekomme.
Heute habe ich kurz nach 18 Uhr Feierabend gemacht. Es war ein langer Tag und ich habe gemerkt, dass die Konzentration am Nachmittag stark nachließ.
Funfacts
Ich weiß nicht, wie oft ich heute Fahrtstuhl gefahren bin. Sowohl im Hotel als auch nun im Büro ist mir aufgefallen, dass Japaner immer - wirklich immer - den Türen-schließen-Knopf drücken. Es wird keine 3sec gewartet bis sich die Türen automatisch schließen. Nach dem Drücken der Etage folgt sofort der schließen-Knopf.
Noch etwas ist mir aufgefallen: Die Autos hier sind sehr farblos. Es gibt "Farben" von weiß und beige, von dunkelblau und schwarz. Sieht man etwa ein rotes Auto, fällt das wirklich auf.
Typhoon
Bereits am Vormittag ereilten mich schlechte Nachrichten. Es sollten am Wochenende 2 Taifuns auf Tokyo treffen, sodass mir gesagt wurde, ich solle besser in meinem Zimmer bleiben. Ich war erst traurig, wollte ich doch zum einen am Wochenende die freie Zeit nutzen, etwas zu unternehmen und zum anderen nicht den ganzen Tag im Zimmer sein müssen. Doch nach den Berichten, die ich über den Taifun vor 2 Wochen gelesen habe, bleibe ich wohl wirklich lieber im Hotel. Vorher werde ich noch einen etwas größeren Einkauf machen, um mich dann am Wochenende auch selbst verpflegen zu können.
Überraschung für morgen
Eine besondere Überraschung stellte sich um die Mittagszeit heraus. Sachi sagte mir, dass wir morgen Sightseeing gehen werden. Ich dachte, oh, ok, nach der Arbeit treffen wir uns irgendwo. Beim Mittag erzählte ich dann Jennifer, dass Sachi mir erzählt hätte, dass wir Sightseeing gehen werden und fragte, wann wir uns denn treffen. Sie meinte, um 10 Uhr an meiner Bahnstation. Ich wurde stutzig und fragte, ob sie 10 Uhr morgens oder abends meinte. Abends hätte ich ganz schön spät gefunden, aber gut, vor Freitag wäre das auch mit Jetlag mal gegangen. Nein, sie meinte 10am. Ich stutzte wieder und fragte mich, ob morgen ein Feiertag war, von dem ich nichts wusste. Also fragte ich, "ist morgen kein Arbeitstag?" Kichern und verstohlene Blicke aller zum Manager, der mir gegenüber saß. Es stellte sich heraus, er hatte Sachi, Jennifer und mir frei gegeben, um mir Tokyo zu zeigen. Also nicht, dass ich mit diesem Blogpost namens "Arbeitstag" noch den Eindruck erwecken würde, hier zu arbeiten ;-) Der Manager meinte, diese Woche solle ich mich eingewöhnen und ab nächster Woche dann regulär arbeiten. Das finde ich wirklich sehr großzügig und freue mich schon auf morgen. Insbesondere, da ich ja nun am Wochenende nichts machen kann, freue ich mich, dass das sozusagen vorgezogen ist und ich wenigstens ein bisschen was sehen kann. Es soll allerdings morgen Regnen. Mir wurde ein großer Regenschirm empfohlen. "The bigger the better." Das ist mir auch schon aufgefallen - man bekommt z.B. bei Family Mart diese unhandlich großen Regenschirme, auch im Büro standen mehrere davon. Mal gucken, was sie morgen zu meinem Knirps sagen.
Mit dieser Vorfreude auf morgen und der Tatsache, dass es inzwischen 2:10 Uhr ist, mein Wecker aber zum Glück erst 8:30 Uhr klingelt, sage ich Gute Nacht!
Zu meinem ersten Arbeitstag in Japan:
Treffen
Nachdem ich mich mit Sachi getroffen habe, gingen wir zusammen zum Bürogebäude. Sie ist eine ganz liebe, fröhlich und kommunikativ. Es waren nur ein paar Minuten zu Fuß zum Büro, aber die vergingen durch sie noch schneller. Erst im Eingangsbereich des Gebäudes entdeckte ich das Firmenlogo. Wir fuhren mit dem Fahrstuhl in die 5. Etage. Dort angekommen, begrüßte mich unter dem Firmenlogo ein blumiges Schild mit "Welcome" und meinem Namen. Ganz süß gemacht. Ich wollte es noch fotografieren, aber als ich das zum Feierabend machen wollte, war es leider schon abgenommen.
Büro
Daraufhin betraten wir ein Großraumbüro, wo vielleicht 40 Leute Platz hatten. Am einen Ende des Raumes befanden sich die administration Arbeitsplätze. Ich bekam einen Cubical zwischen Sachi und Jennifer, einer Amerikanerin - der Rest der Kollegen sind Japaner(innen). Ich verbrachte ein paar Minuten damit, mich einzurichten, den Laptop auszupacken, anzuschließen, Stromanschluss zu finden, Monitor koppeln, etc.
Ich habe auch einen Spind bekommen, wo ich meine Jacke und Tasche ablegen kann.
Zudem bekam ich ein Heftchen zum Verhalten bei einem Erdbeben. Später wurde mir garantiert, dass genug Essen und Notfallsachen vorrätig seien, um 3 Tage zu überbrücken. Yay?
Arbeitsplatz
Mein Arbeitsplatz ist wie schon gesagt ein kleiner Cubical. Der Schreibtisch ist nicht großflächig, aber ausreichend. Darauf stehen nun mein Laptop und ein kleiner externer Monitor. Da weiß man erstmal den großen Bildschirm in Hanau zu schätzen. Größere Probleme bereitet mir die Höhe des Tisches. Er ist sehr niedrig, lässt sich nicht in der Höhe verstellen. Ich habe den Stuhl etwas niedriger gefahren, um wenigstens die Arme richtig winkeln zu können. Dadurch taten mir aber irgendwann die Beine weh. Ausstrecken ging auch nicht, weil dann die Trennwand zur nächsten Reihe kam. Zudem habe ich mit meinen Füßen ständig den Adapter meines Laptops aus der Dose geschoben. Zum einen, kann ich ja immer nicht lange still sitzen, zum anderen hätte ich gerne auch mal die Beine übereinander geschlagen, aber das ging wegen der niedrigen Tischplatte nicht. Da mir die Beine vom Flug eh noch etwas weh taten, war das heute irgendwie unangenehm und ich hoffe, dass das die nächsten Wochen nicht zum Problem wird.
Getränke
Für alle Mitarbeiter stehen ein Wasserspender, Kaffeemaschine und Teemaschine zur freien Verfügung. Besonders die Teemaschine hat es mir angetan. Es gibt 4 Sorten: Green Tea, Black Tea, Roasted Green Tea und Yasmin Tea. Diese Sorten kann man dann jeweils in kalt oder heiß ausgeben lassen. Das finde ich klasse. Kein Hantieren mit Teebeuteln und den Tee so lange ziehen lassen, dass man ihn vergisst und er dann eh kalt ist.
Rundgang
Am Vormittag bekam ich vom Manager einen Rundgang durch die Abteilungen und Etagen. Mir wurden die anderen Mitarbeiter vorgestellt. In Japan gibt man sich zur Begrüßung nicht die Hand, habe ich in meinem schlauen Geschäftskultur-Buch gelesen. Wird einem die Hand jedoch entgegengestreckt, weil die Japaner wissen, dass man das eben in Deutschland so macht, soll man sie ruhig ergreifen. So hieß es heute jedes Mal abwarten, ob die Person mit ausgestreckter Hand auf mich zukommt. Ich fand, dass ich diese Herausforderung ganz gut gemeistert habe. Das Andeuten einer Verbeugung macht man irgendwie fast automatisch.
Das nächste davon-hab-ich-gelesen-Erlebnis folgte prompt als der President der Firma ins Office kam, mich in sein Büro rief und mir seine Visitenkarte gab. Die soll man mit beiden Händen entgegennehmen, aufmerksm studieren und dann nicht unachtsam in die Hosentasche stecken. Ich habe sie also erst einmal in der Hand behalten.
Besonders amüsant und wahrscheinlich in die Reihe "oh Anne, ist doch logisch" gehörend, war beim Rundgang, dass ich in einem Lagerraum einen Karton mit Gerolsteiner Aufschrift entdeckte und erfreut "oh hey, that's German" meinte. Woraufhin der Manager meinte "yes, because we are a German company". Innerlich an den Kopf gefasst und mit einem "uhm, duh" weggelächelt.
Mittag
Zur Mittagszeit hatte Sachi einen Tisch bei einem Italiener reserviert. Das Erlebnis ist aber einen eigenen Eintrag wert. Dazu gibt's dann auch Fotos ;-)
Merci
Nach dem Mittag habe ich Sachi noch die Packung Merci gegeben, die ich für die Administration Ladies mitgebracht hatte, als Dankeschön, dass sie alles für mich organisiert hat. Sie haben sich gefreut, hatte ich zumindest den Eindruck. Man weiß ja immer nie so wirklich.
Sprache
Da es um mein Japanisch eher schlecht bestellt ist, spreche ich Englisch mit den Kollegen. Das klappt eigentlich ganz gut, wobei es manchmal hautpsächlich um Schlüsselworte geht, die verstanden werden. Das freut mich dann immer, dass ich weiß, sie verstehen grob, was ich sagen will (oder umgekehrt, ich verstehe sie), aber manchmal bin ich mir nicht sicher, ob wir uns dann doch richtig verstehen.
Manchmal hat Jennifer, die sehr gut japanisch spricht, mir dann auch geholfen und übersetzt.
Anrede
Die Kollegen reden sich unternander mit ihren Nachnamen und einem angehängten "san" an. Mein Nachname bereitet beim Schreiben noch etwas Probleme - das eine F rutscht immer mal nach vorne: Pffefer. Ansonsten sagen sie zu mir Pfeffer-san. Mir wäre Anne-san lieber, was Sachi und Jennifer auch zu mir sagen oder mich so anschreiben. Mal gucken, ob ich denen nicht Anne als meinen Nachnamen verkaufen kann. Umgedreht rede ich auch nur Sachi und Jennifer mit Vornamen an, die anderen mit der Nachname-san-Kombination. Mir die Namen zu merken, fällt mir noch etwas schwer, aber der email-Verteiler von Sachis Mittagseinladung dient mir als Spickzettel.
Hotel
Ich habe heute Vormittag dann nochmal nach dem Zimmer gefragt. Es handelte sich hier wohl um ein Missverständnis beim Buchen des Zimmers, da es 2 verschiedene Arten von Type A Zimmern gibt. Es wurde das eine bestellt und das andere vom Hotel reserviert. Wir haben dann alles mal durchgerechnet und wenn ich es richtig verstanden habe, ziehe ich in 2 Wochen dann in das nettere Apartment. Das heißt, bald wieder Koffer zu packen, aber das nehme ich gerne in Kauf.
Pendlerpass
Da es mir ab 15 Uhr schwer fiel, nicht ständig zu gähnen, dachte ich, frische Luft sei genau das richtige. Sachi und ich wollten nämlich noch zur Bahnstation, um mir einen commuter pass (Pasmo) zu besorgen, bzw. den des Trainees, der letztes Jahr hier war, aufzuladen. Ich war so dankbar, dass sie dabei war. Konnte ich am Morgen beim Ticketkauf die Maschine auf Englisch stellen, ging das bei dem Pasmo-Automaten nicht. Und selbst Sachi musste sich ganz schön durchklicken. Das hätte ich nie im Leben alleine machen können. Nun muss ich also nicht mehr jeden Tag ein Ticket kaufen, sondern kann das aufgeladene Guthaben abfahren und muss immer nur meinen Pass an den Eingangs- und Ausgangsschranken scannen.
Feierabend
Bereits am Vortag war mir aufgefallen, dass es hier viel früher dunkel wird als in Deutschland. Ab 16:30 Uhr merkt man es, um 17:30 Uhr ist es finster. Als ich das merkte, war mir klar, dass ich wohl immer im Dunkeln nach Feierabend zum Zimmer fahren würde. Dafür soll es morgens sehr früh hell werden, sodass ich dann im Winter wenigstens ein bisschen Tageslicht zu sehen bekomme.
Heute habe ich kurz nach 18 Uhr Feierabend gemacht. Es war ein langer Tag und ich habe gemerkt, dass die Konzentration am Nachmittag stark nachließ.
Funfacts
Ich weiß nicht, wie oft ich heute Fahrtstuhl gefahren bin. Sowohl im Hotel als auch nun im Büro ist mir aufgefallen, dass Japaner immer - wirklich immer - den Türen-schließen-Knopf drücken. Es wird keine 3sec gewartet bis sich die Türen automatisch schließen. Nach dem Drücken der Etage folgt sofort der schließen-Knopf.
Noch etwas ist mir aufgefallen: Die Autos hier sind sehr farblos. Es gibt "Farben" von weiß und beige, von dunkelblau und schwarz. Sieht man etwa ein rotes Auto, fällt das wirklich auf.
Typhoon
Bereits am Vormittag ereilten mich schlechte Nachrichten. Es sollten am Wochenende 2 Taifuns auf Tokyo treffen, sodass mir gesagt wurde, ich solle besser in meinem Zimmer bleiben. Ich war erst traurig, wollte ich doch zum einen am Wochenende die freie Zeit nutzen, etwas zu unternehmen und zum anderen nicht den ganzen Tag im Zimmer sein müssen. Doch nach den Berichten, die ich über den Taifun vor 2 Wochen gelesen habe, bleibe ich wohl wirklich lieber im Hotel. Vorher werde ich noch einen etwas größeren Einkauf machen, um mich dann am Wochenende auch selbst verpflegen zu können.
Überraschung für morgen
Eine besondere Überraschung stellte sich um die Mittagszeit heraus. Sachi sagte mir, dass wir morgen Sightseeing gehen werden. Ich dachte, oh, ok, nach der Arbeit treffen wir uns irgendwo. Beim Mittag erzählte ich dann Jennifer, dass Sachi mir erzählt hätte, dass wir Sightseeing gehen werden und fragte, wann wir uns denn treffen. Sie meinte, um 10 Uhr an meiner Bahnstation. Ich wurde stutzig und fragte, ob sie 10 Uhr morgens oder abends meinte. Abends hätte ich ganz schön spät gefunden, aber gut, vor Freitag wäre das auch mit Jetlag mal gegangen. Nein, sie meinte 10am. Ich stutzte wieder und fragte mich, ob morgen ein Feiertag war, von dem ich nichts wusste. Also fragte ich, "ist morgen kein Arbeitstag?" Kichern und verstohlene Blicke aller zum Manager, der mir gegenüber saß. Es stellte sich heraus, er hatte Sachi, Jennifer und mir frei gegeben, um mir Tokyo zu zeigen. Also nicht, dass ich mit diesem Blogpost namens "Arbeitstag" noch den Eindruck erwecken würde, hier zu arbeiten ;-) Der Manager meinte, diese Woche solle ich mich eingewöhnen und ab nächster Woche dann regulär arbeiten. Das finde ich wirklich sehr großzügig und freue mich schon auf morgen. Insbesondere, da ich ja nun am Wochenende nichts machen kann, freue ich mich, dass das sozusagen vorgezogen ist und ich wenigstens ein bisschen was sehen kann. Es soll allerdings morgen Regnen. Mir wurde ein großer Regenschirm empfohlen. "The bigger the better." Das ist mir auch schon aufgefallen - man bekommt z.B. bei Family Mart diese unhandlich großen Regenschirme, auch im Büro standen mehrere davon. Mal gucken, was sie morgen zu meinem Knirps sagen.
Mit dieser Vorfreude auf morgen und der Tatsache, dass es inzwischen 2:10 Uhr ist, mein Wecker aber zum Glück erst 8:30 Uhr klingelt, sage ich Gute Nacht!
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